
„Jetzt geht es hammerhart weiter“
DHB-Stars erleichtert – und im Angriffsmodus
19.01.2026 – 22:48 UhrLesedauer: 3 Min.
Die deutschen Handballer melden sich bei der EM zurück und mischen im Kampf um eine Medaille weiter mit. Gegen Spanien macht das Team den Gruppensieg perfekt.
Bundestrainer Alfreð Gíslason eilte nach der bestandenen EM-Nervenprobe der deutschen Handballer auf das Parkett und klatschte seine Schützlinge erleichtert ab. Durch ein überzeugendes 34:32 (17:15) gegen Spanien hat die DHB-Auswahl das historische Vorrunden-Aus abgewendet und neue Hoffnungen auf eine Medaille geweckt. Sogar zwei Pluspunkte nimmt das Team in die Hauptrunde mit.
„Es war alles möglich in der Gruppe. Wir hatten den Glauben an uns, dass wir mit einem klaren Sieg weiterkommen können“, sagte Kapitän Johannes Golla im ZDF. „Wir müssen uns aber bei den Österreichern bedanken“, ergänzte er mit Blick auf die Schützenhilfe des Nachbarn, der Serbien bezwungen hatte. „Wir haben an uns geglaubt, viele Dinge besprochen und es heute umgesetzt. Jetzt geht es hammerhart weiter. Wir freuen uns drauf.“
Von einer „super Mannschaftsleistung“ schwärmte Torhüter Andreas Wolff. „Ich bin erleichtert und stolz auf die Jungs. Angriff und Abwehr waren überragend“, resümierte Alfreð Gíslason. Der stark aufspielende zweite Torhüter David Späth befand: „Wir haben uns vorgenommen, etwas gutzumachen und weiterzukommen. Wir haben es geschafft, das Serbien-Spiel aus dem Kopf zu streichen. Wir zwei Torhüter sind ein Superteam, egal wer auf der Platte steht.“
Vor 9.526 Zuschauern in Herning war Renars Uscins mit acht Toren bester Werfer für die deutsche Mannschaft, der ein nach der bitteren Serbien-Pleite drohendes Debakel ein Jahr vor der Heim-WM erspart blieb. In der zweiten Turnierphase geht es am Donnerstag entweder gegen Weltmeister und Olympiasieger Dänemark oder den WM-Vierten Portugal weiter.
Mit 4:2 Zählern lag der Olympia-Zweite in der Gruppe A aufgrund des gewonnenen Direktvergleichs vor den punktgleichen Spaniern und darf bei der Endrunde in Dänemark, Norwegen und Schweden weiter auf die erste EM-Medaille seit dem Gold-Triumph vor zehn Jahren hoffen.
Der Erfolg gegen Spanien sicherte dem Bundestrainer zudem vorerst den Job. Bei einem erstmaligen Scheitern in der Vorrunde wäre Gislason, dessen Vertrag bis nach der WM 2027 gilt, wohl kaum im Amt zu halten gewesen. Der 66 Jahre alte Isländer kann nun im weiteren Turnierverlauf Argumente für sich sammeln.