
Wie einst Lothar Matthäus
DHB-Star berichtet von ärgerlichem Vorfall im EM-Finale
02.02.2026 – 01:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Im EM-Finale mussten sich die deutschen Handballer Dänemark geschlagen geben. Juri Knorr präsentierte sich nicht in Topform und kämpfte mit einem besonderen Umstand.
Aus Herning berichtet Nils Kögler
Am Ende waren die Dominatoren aus Dänemark mal wieder zu stark: Mit 24:37 musste sich die deutsche Handball-Nationalmannschaft im Finale der Europameisterschaft den dänischen Gastgebern geschlagen geben. Vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Jyske Bank Boxen von Herning hielt die DHB-Auswahl von Bundestrainer Alfred Gíslason mit den übermächtig wirkenden Gastgebern zwar lange mit, konnte aber am Ende den Titel-Hattrick der Auswahl um Welthandballer Mathias Gidsel nicht verhindern.
Nach zuletzt vier WM-Titeln in Folge und dem Olympiasieg 2024 kann sich Dänemark nun erstmals seit 14 Jahren auch wieder Europameister nennen und hält damit jeden großen Titel, den es auf Nationalmannschaftsebene zu gewinnen gibt.
Die deutsche Mannschaft wartet weiter seit zehn Jahren auf einen Sieg gegen die Dänen, kann sich aber zumindest damit trösten, dass sie im Vergleich zur 26:39-Klatsche im Olympia-Finale 2024 und dem 30:40 bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr deutlich näher an die Dänen herangerückt ist.
„Es sind immerhin Kleinigkeiten und nicht mehr diese großen Unterschiede und das ist cool“, analysierte auch Knorr die knappere Niederlage. „Jetzt gerade ist es natürlich schade“, sagte er aber dennoch. „Wir stehen nicht mit leeren Händen da, deshalb können wir stolz sein“, führte Knorr aus. „Natürlich habe ich das Gefühl, dass die Mannschaft näher dran ist und wir auch nicht schlechter werden. Vielleicht können wir in den nächsten Jahren dran bleiben.“
Knorr selbst konnte im Finale nicht an seine Topform anknüpfen. Zwar erzielte er immerhin fünf Treffer, brauchte dafür aber ganze elf Wurfversuche und streute auch immer wieder Fehlpässe ein. Dabei musste er sich mit einem besonderen Ärgernis herumschlagen: „Es waren Kleinigkeiten, die heute den Ausschlag gegeben haben, auch dumme Sachen“, sagte er. „Meine Schuhe reißen in der ersten Halbzeit auf und ich muss Schuhe anziehen, die ich noch nie getragen habe“, ließ er wissen, um dann aber mit einem Schulterzucken hinzuzufügen: „Das sind Sachen, die ärgern einen heute noch, aber so ist das Leben.“
Knorrs Situation erinnert dabei an die von Lothar Matthäus im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 1990. Auch Matthäus waren damals während des Endspiels die Schuhe kaputtgegangen und er musste in Schuhwerk wechseln, das er noch nie zuvor getragen hatte. Später sagte er, dass er unter anderem deshalb den entscheidenden Elfmeter lieber an Andreas Brehme abgegeben habe, statt ihn selbst zu schießen. Der entscheidende Unterschied zu Knorr: Brehme verwandelte den Strafstoß, Deutschland bezwang Argentinien und wurde Weltmeister. Auf diesen Moment muss Knorr mindestens noch bis zur Heim-WM im kommenden Jahr warten.