DHB-„Monster“ Tom Kiesler hat bei der Handball-EM Hunger auf mehr

DHB-Neuling überzeugt bei EM

Deutschland hat jetzt ein „absolutes Monster“


17.01.2026 – 11:06 UhrLesedauer: 3 Min.

Tom Kiesler in seinem Element: Innerhalb kürzester Zeit hat er sich im DHB-Team etabliert. (Quelle: Harry Langer/dpa)

Gegen Österreich beeindruckte das DHB-Team zum EM-Auftakt mit einer stabilen Defensive. Teil davon ist auch Tom Kiesler. Der hat sich nach kurzer Zeit schon einen markanten Spitznamen verdient.

Aus Silkeborg berichtet Nils Kögler

Erst im vergangenen Oktober feierte er sein Länderspieldebüt, doch aktuell ist Tom Kiesler aus der deutschen Handball-Nationalmannschaft nicht mehr wegzudenken. Drei Monate nach seinem ersten Länderspiel feierte der 24-jährige Rückraumlinke von Bundesligist VfL Gummersbach am Donnerstag sein Turnierdebüt. Beim 30:27-Sieg der DHB-Auswahl zum EM-Auftakt spielte Kiesler über nahezu die gesamten 60 Minuten eine tragende Rolle.

Bundestrainer Alfreð Gíslason vertraut der 1,91-Meter-Kante Kiesler im Innenblock. An der Seite von Kapitän Johannes Golla war er einer der wesentlichen Gründe, warum die deutsche Defensive speziell in der ersten Halbzeit kaum etwas zuließ und damit auch die fahrige Offensivleistung ausgleichen konnte. Torwart Andreas Wolff war schon nach Kiesler Debüt begeistert von seinem neuen Teamkollegen und bezeichnete ihn als „absolutes Monster“. Und das weiß nicht nur auf dem Spielfeld seine Beute zu erlegen.

Seit seiner Jugend spielt Kiesler für den VfL Gummersbach, ist seit 2019 bereits fester Bestandteil der Profi-Mannschaft. Der Klub liegt ihm im Blut, schon seit Großvater spielte für den VfL Handball und ist auf dem ersten offiziellen Teamfoto der Klubgeschichte zu sehen.

Seine internationale Karriere war für Kiesler dennoch keinesfalls abzusehen. Denn im Gegensatz zu den meisten seiner Mitstreiter hat er nie ein Turnier als Jugendnationalspieler absolviert. Sein Turnierdebüt mit 24 Jahren macht ihn da im Mannschaftsvergleich fast schon zu einem Spätstarter. Bei ihm steigerte das jedoch nur die Vorfreude.

„Einige andere Spieler waren schon in der Jugend bei einer EM oder WM. Die wissen, wie so etwas abläuft“, sagte Kiesler vor dem Turnier. „Für mich ist das alles noch sehr neu, deswegen bin ich auch sehr gespannt.“

Umso mehr freut sich Kiesler über das Lob gestandener Nationalspieler wie Andreas Wolff. „Ich gehe mal davon aus, dass das positiv war“, sagte Kiesler lachend über die „Monster“-Bezeichnung des Europameisters von 2016. „Es ist natürlich mega, wenn so ein Weltklasse-Torhüter so etwas sagt. Damit hat er nochmal gesagt, dass ich meinen Platz verdient habe, gerade in der Abwehr.“ Auch Bundestrainer Gíslason lobte Kiesler vor allem für seine Flexibilität, denn er kann auf fast jeder Position verteidigen. „Es gibt nicht viele Spieler weltweit, die das können, und das hilft uns jetzt enorm“, so der Bundestrainer.

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