DGB beruft eigene Rentenkommission – Kampfansage an Regierung

„Vergiftete Debatte“

DGB kritisiert Merz – und macht eine Kampfansage


Aktualisiert am 20.01.2026 – 13:58 UhrLesedauer: 3 Min.

DGB-Vorsitzende Fahimi: Der DGB will einen Gegenpol zur „permanenten Krisen- und Verzichtserzählung in der Rentendebatte“ setzen. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Der DGB zieht eine kritische Bilanz der bisherigen Arbeit der Bundesregierung. Beim Thema Rentenreform geht der Gewerkschaftsbund nun in die Offensive.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) will eine eigene Rentenkommission ins Leben rufen – als Gegenentwurf zur Kommission der Bundesregierung. „Rentenpolitik ist eine Vertrauensfrage“, sagte DGB-Chefin Yasmin Fahimi am Dienstag in Berlin. „Sie entscheidet in besonderem Maße darüber, ob Menschen den Wandel als Bedrohung erleben oder als einen Prozess, den man gestalten kann.“

Fahimi warf der Bundesregierung vor, eine „vergiftete Debatte über unseren Sozialstaat“ angestoßen zu haben. Der DGB wolle einen Gegenpol zur „permanenten Krisen- und Verzichtserzählung in der Rentendebatte“ setzen.

„Wir brauchen gute, sachgerechte Lösungen für die eineinhalb Jahrzehnte, in denen die Babyboomer in Rente gehen und das System der Alterssicherung vor besondere Herausforderungen stellen“, so Fahimi. „Jung und Alt müssen sich in ihrer Lebensplanung darauf verlassen können, dass die Rente sicher ist.“ Eine starke gesetzliche Rente müsse dafür das Fundament bleiben, ergänzt durch „faire betriebliche Vorsorge“.

Entschieden wird per Mehrheitsbeschluss, es braucht keine Einstimmigkeit. Es können also auch Vorschläge im Bericht landen, die nicht von allen geteilt werden. Anzunehmen ist, dass sich dabei eher die Unionsseite durchsetzt, da sie einen Posten mehr besetzen konnte als die SPD.

Nicht nur das dürfte die Gewerkschafter stören. Der DGB und andere Verbände sind nicht Teil der Kommission. „Dass die Beitragszahler nicht mit einbezogen werden, finden wir zweifelhaft, aber nehmen wir zur Kenntnis“, sagte Fahimi. Die Kommission des DGB soll ebenfalls aus 13 Mitgliedern bestehen, mit dabei sind Vertreter aus Gewerkschaften, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und parteipolitischen Vertretern.

Eine Namensliste soll diese Woche noch vorgelegt werden, kündigte Fahimi an, verriet aber, dass etwa die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, dabei sei. Auch die DGB-Rentenkommission soll im Sommer erste Ergebnisse vorstellen.

Der DGB sieht nicht nur die Rentenpolitik der Koalition unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) kritisch. Fahimi zählte auf: „Die Debatten über die Lohnfortzahlung bei Krankheit, über längere Arbeitszeiten und ein höheres Rentenalter: Nichts davon hilft, die Auftragslage in der Wirtschaft zu verbessern und die Auftragsbücher wieder zu füllen.“

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