Er begleitete vier Titel

DFB trauert um den „Knochendoktor“

14.04.2026 – 16:04 UhrLesedauer: 1 Min.

Heinrich Heß (links): Er arbeitete neben dem DFB auch für den 1. FC Saarbrücken. (Quelle: sportfotodienst/imago-images-bilder)

Fast 30 Jahre arbeitete er für den DFB und erlebte vier große Titel. Jetzt ist der ehemalige Mannschaftsarzt Heinrich Heß im Alter von 94 Jahren gestorben.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Nationalmannschaft trauern um ihren langjährigen Teamarzt Heinrich Heß. Der Professor ist im Alter von 94 Jahren nach kurzer Krankheit in Saarbrücken verstorben. Dies teilte der DFB unter Berufung auf die Familie mit.

Von 1969 bis 1998 arbeitete Heß für den DFB. Er begann bei der Olympiaauswahl und der B-Nationalmannschaft, ab 1974 betreute er die A-Nationalmannschaft. In seine Amtszeit fielen die WM-Titel 1974 und 1990 sowie die EM-Triumphe 1980 und 1996.

In Spielerkreisen trug er den Spitznamen „Knochendoktor“. Franz Beckenbauer beschrieb ihn als einen Arzt, „der sensationell vertrauensvoll mit Spielern umging und neben seiner fachlichen Qualifikation immer Vorbild war“. In der Saarbrücker Zeitung erinnerte sich Heß an eine andere Einschätzung: „Der Gerd Müller hat mich mal einen Tierarzt genannt, aber sonst war ich überall der Heini. War ja klar: Mein Vater hieß Heinrich, mein Großvater hieß Heinrich, da muss der Kleine Heini heißen, damit das nicht verwechselt wird.“

Neben seiner DFB-Tätigkeit arbeitete Heß auch für den ehemaligen Bundesligisten 1. FC Saarbrücken. Ab 1975 leitete er die St. Elisabeth-Klinik in Saarlouis und machte sie zur Anlaufstation für Fußballstars aus aller Welt. 1998 trat er in den Ruhestand. Der DFB ehrte ihn noch im selben Jahr mit der Goldenen Ehrennadel. 2004 erhielt Heß das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

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