Unrühmlicher Abend für ter Stegen

Bei Wahl zu neuem Klub-Boss: DFB-Star abgewatscht


Aktualisiert am 16.03.2026 – 10:36 UhrLesedauer: 2 Min.

Marc-André ter Stegen: Hier versucht er, seine Wahlunterlagen noch zu bekommen. (Quelle: IMAGO/Javier Borrego/imago)

Der FC Barcelona hat Präsidiumswahlen abgehalten. Für den deutschen Nationaltorwart Marc-André ter Stegen wurde es jedoch ein etwas unrühmlicher Abend.

Joan Laporta ist beim spanischen Spitzenklub FC Barcelona als Präsident wiedergewählt worden. Der 63-Jährige setzte sich wie 2021 gegen seinen Herausforderer Victor Font durch. Er bleibt bis 2031 an der Spitze des katalanischen Traditionsvereins.

Rund 42 Prozent der Barça-Mitglieder gaben ihre Stimme ab – das entspricht 48.480 Wählenden. Laporta sicherte sich 68,18 Prozent der Stimmen, Font erhielt 29,78 Prozent. Einer konnte seine Stimme allerdings nicht abgeben: DFB-Keeper und der eigentliche Barça-Kapitän Marc-André ter Stegen. Der Grund: Obwohl stimmberechtigtes Vereinsmitglied, bekam er seine Wahlunterlagen nicht ausgehändigt. Sie waren anscheinend schlicht nicht auffindbar.

Klub-Mitarbeiter versuchten noch, die Angelegenheit zu regeln, doch am Ende musste ter Stegen unverrichteter Dinge wieder nach Hause gehen. Ter Stegen war wohl nicht ganz unschuldig an der Situation, er soll sich laut spanischen Medienberichten nicht aktiv um seinen Mitgliedsstatus bemüht haben. Andererseits ist es ein weiterer Schlag für den DFB-Keeper, der momentan erneut verletzt ausfällt und im Winter von Barcelona zum FC Girona abgeschoben und ausgeliehen worden war. Sein Vertrag bei Barça läuft eigentlich noch bis 2028.

Laporta wird seine Amtsgeschäfte übrigens im Juli wieder aufnehmen, nachdem er vor einigen Wochen im Zuge des Wahlprozesses zurückgetreten war. „Dieses Ergebnis freut uns sehr und gibt uns unheimlich viel Kraft – so viel, dass wir sprachlos sind“, sagte Laporta vor Reportern und betonte: „Niemand wird uns aufhalten. Ich bin sicher, dass uns in den kommenden Jahren, wie ich Ihnen bereits sagte, spannende Zeiten bevorstehen.“

Außerdem bedankte er sich bei Trainer Hansi Flick und Sportdirektor Deco. Flick hatte wie zahlreiche aktive und ehemalige Spieler, darunter die dreimalige Weltfußballerin Aitana Bonmatí, an der Wahl teilgenommen. Laportas wichtigste Aufgabe ist die vollständige Neueröffnung des Stadions Camp Nou, die nach einjähriger Verzögerung für 2027 erwartet wird. Außerdem muss er die Klubfinanzen weiter konsolidieren.

Der unterlegene Font regte eine Modernisierung des Wahlprozesses an, um auch Mitgliedern die Teilhabe zu erlauben, die fern von Katalonien leben. „Die geringe Wahlbeteiligung ist der größte Wermutstropfen des Tages“, sagte er: „Mehr Beteiligung bedeutet mehr Stärke.“

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