
Schicksalsspiel für Deutschland
Es ist höchste Vorsicht geboten
Aktualisiert am 17.11.2025 – 18:26 UhrLesedauer: 4 Min.
Vor dem finalen WM-Qualifikationsspiel in Leipzig zeigt sich die deutsche Nationalelf zuversichtlich. Doch der Gegner hat es in sich – und knackte das DFB-Team vor Kurzem schon einmal.
Aus Leipzig berichtet William Laing
Ein letzter Schritt noch, dann hat die deutsche Nationalmannschaft ihr großes Ziel für dieses Jahr erreicht: die direkte Qualifikation zur Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko im kommenden Sommer. Beim abschließenden Spiel in der Gruppe A gegen die Slowakei am Montag (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei t-online) muss das DFB-Team dafür mindestens ein Unentschieden holen. Bei einer Niederlage würde der kommende Gegner in der Tabelle wiederum an Deutschland vorbeiziehen. Dann müsste die Mannschaft von Julian Nagelsmann im Frühjahr in den Playoffs um das WM-Ticket kämpfen.
Dieses Szenario soll aber unbedingt vermieden werden. Bei der deutschen Auswahl gibt man sich passenderweise optimistisch. Dass die Mannschaft scheitern könnte, sei unter den Spielern „kein Thema“, sagte Nagelsmann bei der Abschlusspressekonferenz am Sonntag. „Es gibt auch wenig Teams oder Trainer, die das thematisieren, was negativ passieren kann.“ Die Mannschaft wirke „sehr entschlossen“, betonte der Bundestrainer zudem und stellte kurz darauf klar: „Wir gehen alle davon aus, dass es morgen ein gutes Spiel von uns wird und dass wir die drei Punkte holen können.“
Der Glaube an die eigene Stärke ist also groß. Doch der nun medienwirksam versprühte Optimismus ist auch trügerisch. Denn der jüngste Auftritt der DFB-Elf diente eigentlich nicht wirklich als Mutmacher. Ebenso wenig wie das letzte Duell mit der Slowakei.
Erst am Freitag hat Deutschland sein vorletztes Qualifikationsspiel in Luxemburg bestritten. Dort stand am Ende ein 2:0 auf der Anzeigetafel. Doch die Nummer 97 der Weltrangliste bereitete der DFB-Auswahl lange Zeit Probleme. Die Hintermannschaft um Aushilfskapitän Jonathan Tah wackelte phasenweise bedenklich. Offensiv generierte Deutschland erst im zweiten Abschnitt die entscheidende Durchschlagskraft, die letztlich zu den zwei Treffern durch Newcastle-Stürmer Nick Woltemade führten.
„Wir haben das Spiel gewonnen, das war das Wichtige“, analysierte Nagelsmann die Partie nun noch einmal nüchtern. Doch die Leistung war unbestritten dürftig und hätte gegen einen anderen Gegner wohl Konsequenzen gehabt – zum Beispiel gegen die Slowaken. Fakt ist nämlich: Das Team von Francesco Calzona bestrafte die Fahrlässigkeiten der deutschen Mannschaft vor zwei Monaten bereits einmal eiskalt.
In Bratislava verlor die DFB-Elf im September gegen die Slowakei zum Auftakt der WM-Qualifikation mit 0:2. Im Angriff nutzte Deutschland seine wenigen Möglichkeiten damals nicht konsequent genug. Defensiv agierte das Team vogelwild. Besonders mit einem Akteur hatte die DFB-Abwehr an diesem Abend alle Hände voll zu tun: Leo Sauer.