Kein nachhaltiger Erfolg
Müller und Hummels legen mit DFB-Kritik nach: „Auf Pump gekauft“
Aktualisiert am 20.07.2026 – 08:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Thomas Müller zweifelt am Wert der jüngsten DFB-Nachwuchserfolge. Mats Hummels erkennt eine Fehlentwicklung seit 2010, doch Jürgen Klopp sieht das anders und schickt eine eigene Botschaft.
Am Rande des WM-Finales zwischen Argentinien und Spanien (ab 21 Uhr im Liveticker bei t-online) in den USA hat Ex-Nationalspieler Thomas Müller scharfe Kritik an der deutschen Nachwuchsförderung geübt. Der 36-Jährige sieht die jüngsten Erfolge von U19 und U21 als trügerisch an.
Bei MagentaTV sagte Müller: „Mir kommt es so vor, dass die individuelle Entwicklung weniger wichtig ist als der mannschaftliche Erfolg.“ Die EM-Finals mit U19 und U21 bildeten nicht die Realität ab. Stattdessen werde mehr Wert auf Taktik und Disziplin gelegt. „Ich habe das Gefühl, wir erkaufen das mit Spielern, die älter sind und als Mannschaft gut funktionieren. Wir lassen nicht den Spieler spielen, in dem wir mehr Potenzial sehen.“
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Mats Hummels teilt diesen Eindruck und bemängelt, dass kurzfristige Ergebnisse zu wichtig waren. Er kritisierte, „dass athletische oder in der Jugend athletisch stärkere Spieler gegenüber denen eine Chance bekommen, die erst später athletisch werden.“ Er sieht diese Fehlentwicklung in der Jugendarbeit schon seit 2010. „Mein Eindruck war, dass man um 2010 rum dachte, man muss jetzt dieses vermeintliche Tiki-Taka der Spanier und des FC Barcelona kopieren, was damals State of the Art war.“ Zwar wurden dadurch technisch starke Spieler ausgebildet, aber es fehle an „richtigen Dribblern. Leute, die den Ball haben, die Momente kreieren können aus dem Nichts.“
Klopp will Erwartungshaltung reduzieren
Klopp, der neben Müller stand, brachte eine andere Perspektive ein. Man müsse den Fußball der Gegenwart und der Zukunft sehen, sagte der künftige Bundestrainer. Für die Zukunft gebe es nur einen Weg: „Wir müssen Kinder zum Sport und zum Fußball bringen.“ Vor schnellen Schlüssen warnte er: „Wir kreieren hier nur Schlagzeilen, aber nichts davon trifft den Kern.“
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