Deutschland schickt Bundeswehrsoldaten nach Grönland

Militärmanöver „Arctic Endurance“

Deutschland schickt Soldaten nach Grönland


Aktualisiert am 14.01.2026 – 22:11 UhrLesedauer: 3 Min.

Ein Bundeswehrsoldat im Schnee (Archivbild): Auch andere Nato-Staaten beteiligen sich an dem Manöver. (Quelle: IMAGO/Björn Trotzki/imago-images-bilder)

Um die militärische Präsenz in Grönland zu erhöhen, startet Dänemark eine Nato-Übung in der Region. Jetzt ist klar: Auch Deutschland beteiligt sich mit Soldaten daran.

Deutschland schickt Soldaten der Bundeswehr nach Grönland. „Wir beteiligen uns an einer von Nato-Staaten geführten Übung ‚Arctic Endurance'“, bestätigten Regierungskreise t-online. Zuerst hatte „Bild“ berichtet. Das Verteidigungsministerium teilte am Abend mit, dass am Donnerstagmorgen 13 Bundeswehrsoldaten zu einer Erkundungsmission nach Grönland aufbrechen werden.

Das Erkundungsteam soll mit einer Airbus-Transportmaschine vom Typ A400M nach Nuuk in Grönland gebracht werden. Die Erkundungsmission werde vor Ort zusammen „mit Vertretern weiterer Partnernationen“ stattfinden, heißt es weiter. Ziel sei es, die Rahmenbedingungen für „mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit der Region“ zu erkunden. Die Mission soll vom 15. bis 17. Januar dauern.

Schwerpunkt soll laut Regierungskreisen die Seeraumaufklärung sein. Vor wenigen Monaten hatte die Bundeswehr den neuen Seefernaufklärer Poseidon P-8A in Dienst gestellt. Das moderne Kampfflugzeug überwacht Seewege und ist auf U-Boot-Jagd spezialisiert. Vergangenen Oktober hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) zudem Pläne verkündet, Poseidon-Flugzeuge zeitweilig in Island zu stationieren, um die Sicherheit in der Region zu stärken. Doch nun könnte die Poseidon – bisher wurde erst eines von acht bestellten Flugzeugen ausgeliefert – zu einem späteren Zeitpunkt auch in Grönland zum Einsatz kommen, heißt es. Die 13-köpfige Erkundungsmission soll daher auch mögliche Landeplätze in Grönland prüfen.

Die Erkundungsmission läuft unter dänischer Führung. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung des dänischen Außenministeriums und des grönländischen Ministeriums für Äußeres und Forschung hervor. Dies geschehe demnach im Zusammenhang mit militärischen Übungen mit sowohl Flugzeugen, Schiffen als auch Soldaten – und in enger Zusammenarbeit mit Nato-Verbündeten.

Ziel sei es, die Fähigkeit zum Einsatz unter den besonderen Bedingungen in der Arktis zu trainieren und die Präsenz des Verteidigungsbündnisses zu stärken. Bei den Übungsaktivitäten könne es sich laut der Mitteilung unter anderem um die Unterstützung grönländischer Behörden wie der Polizei, die Überwachung systemrelevanter Anlagen, den Einsatz von Kampfflugzeugen in und um Grönland, die Lösung von Marineaufgaben sowie die Entgegennahme alliierter Truppen handeln. Grund dafür sei, dass sich „die sicherheitspolitischen Spannungen bis in die Arktis“ ausgedehnt haben.

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