Er missbrauchte und tötete Jungen

Deutscher „Maskenmann“ auch für Mord in Frankreich verurteilt

Aktualisiert am 04.06.2026 – 22:10 UhrLesedauer: 3 Min.

Der sogenannte Maskenmann hat vor Gericht in Frankreich bestritten, den kleinen Jonathan getötet zu haben. (Archivbild) (Quelle: Loic Venance/AFP/dpa/dpa-bilder)

In Deutschland ist „Maskenmann“ Martin N. bereits wegen Kindsmordes verurteilt worden. Nun ist in Frankreich ein weiteres Urteil gegen den Deutschen gefallen.

In einem Prozess in Frankreich ist der in Deutschland bereits wegen dreifachen Kindsmordes verurteilte sogenannte Maskenmann wegen eines weiteren Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht im westfranzösischen Nantes sprach den 55-jährigen deutschen Serientäter Martin N. wegen des Mordes an dem damals zehnjährigen Jonathan im April 2004 schuldig, wie französische Medien aus dem Gerichtssaal berichteten.

Im Prozess hatte der aus Bremen stammende Angeklagte eine Beteiligung am Tod des französischen Jungen mehrfach klar von sich gewiesen. „Ich habe das nicht getan“, sagte er aus.

„Maskenmann“ gestand die meisten seiner Taten

In Deutschland hatte der „Maskenmann“ innerhalb von fast 20 Jahren kleine Jungen missbraucht und drei von ihnen im Alter von acht, neun und 13 Jahren ermordet. Zwischen 1992 und 2001 schlich der Pädagoge sich in Norddeutschland nachts maskiert an die Betten Dutzender Opfer. Nach langer kriminalistischer Puzzlearbeit führte ein ehemaliges Opfer die Polizei schließlich auf die Spur des Mannes, der 2011 in Hamburg-Wilstorf festgenommen wurde. 2012 wurde er vom Landgericht Stade zu lebenslanger Haft verurteilt. Die meisten seiner Taten hatte er in seinem Prozess gestanden.

Lange führte der Mann ein Doppelleben, ohne dass jemand Verdacht schöpfte. Tagsüber kümmerte er sich als Betreuer auf Ferienfreizeiten und in Heimen um seine Schützlinge. Nachts verwandelte er sich in den „Maskenmann“ – so wurde er bekannt, weil er sein Gesicht bei den Verbrechen hinter einer dunklen Sturmhaube verbarg.

Missbrauchsopfer gibt entscheidenden Hinweis

Den entscheidenden Hinweis gab schließlich eines der Missbrauchsopfer des Täters. Der Zeuge meldete sich nach einem erneuten Fahndungsaufruf 2011 bei der Polizei. Er erinnerte sich daran, dass ihn ein Betreuer bei einer Jugendfreizeit in auffälliger Wiese über seine Wohnsituation ausgefragt hatte – einige Monate später war er 1995 von einem maskierten Mann missbraucht worden.

Da der Fall des kleinen Jonathan Parallelen zur Tatserie in Norddeutschland aufwies, untersuchten die französischen Fahnder bereits seit 2008, ob der Serientäter auch für die Tat in der Bretagne infrage kommen könnte. Konkrete Beweise wie DNA-Spuren etwa wurden aber bis heute nicht gefunden.

Ein französischer Landwirt aber beobachtete zwischen dem Zeitpunkt des Verschwindens von Jonathan und dem Auffinden seiner Leiche abends einen Wagen mit deutschem Kennzeichen in der Nähe eines Teichs, der dort anscheinend etwas ausladen wollte, dann aber wegfuhr. Der Landwirt war dort mit seinem Schäferhund unterwegs.

Mithäftling belastet „Maskenmann“

2017 dann berichtete ein Mitgefangener, Martin N. habe ihm gestanden, in Frankreich ein Kind getötet zu haben – und auch von einem Zeugen berichtet, der mit einem Schäferhund unterwegs war. Dabei handelte es sich um ein Detail, das nie in der Öffentlichkeit kommuniziert worden war.

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