
Schätzung übertroffen
Deutsche Wirtschaft Ende 2025 stärker als erwartet gewachsen
Aktualisiert am 30.01.2026 – 10:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Eigentlich war für das letzte Quartal des vergangenen Jahres ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent erwartet worden. Das tatsächliche BIP hat die Erwartungen übertroffen.
Die deutsche Wirtschaft ist im Schlussquartal 2025 gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt sei von Oktober bis Dezember um 0,3 Prozent zum Vorquartal gestiegen, gab das Statistische Bundesamt am Freitag bekannt. Eine frühere Schätzung Mitte Januar hatte nur ein Wachstum von 0,2 Prozent ergeben, doch basierte sie auf einer kleineren Datenbasis. Im dritten Quartal 2025 hatte es nur zu einer Stagnation gereicht.
2025 insgesamt legte Europas größte Volkswirtschaft um 0,2 Prozent zu, nachdem sie zuvor zwei Jahre in Folge geschrumpft war. Dafür sorgten steigende Konsumausgaben, während die Exporte unter höheren US-Zöllen, Euro-Aufwertung und stärkerer Konkurrenz aus China litten. Die Wirtschaftsleistung liegt dennoch nur in etwa auf dem Niveau von 2019, dem Jahr vor Ausbruch der Corona-Pandemie.
Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr mit einem Wachstum von 1,0 Prozent. Zwei Drittel des erwarteten Wachstums gehen demnach auf staatliche Impulse zurück. Das sind vor allem Investitionen in die Sanierung der Infrastruktur und zur Aufrüstung der Bundeswehr.
Erste Indikatoren deuten auf einen schwachen Jahresauftakt hin. Der Ifo-Geschäftsklimaindex verharrte im Januar auf dem Vormonatswert von 87,6 Punkten, wie das Münchner Institut bei seiner Umfrage unter rund 9.000 Führungskräften ermittelte. Die Firmen blickten etwas weniger skeptisch auf ihre Lage als zuletzt, bewerteten ihre Aussichten aber etwas ungünstiger. „Die deutsche Wirtschaft startet ohne Schwung ins neue Jahr“ sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.
Zentrales Problem bleibt der weitverbreitete Auftragsmangel: Im Januar berichteten 36,3 Prozent von einer mauen Nachfrage, nach 36,9 Prozent im vergangenen Oktober. Der Anteil liege damit weiter deutlich über dem langfristigen Durchschnitt. „Die leichte Entspannung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Unternehmen nach wie vor zu wenig Aufträge haben“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Die schwache Nachfrage belastet breite Teile der Wirtschaft und wird durch hohe Kosten sowie eine nachlassende Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich verstärkt.