Möglicher Hormus-Einsatz
Deutsche Marineschiffe nähern sich bald gefährlichem Gebiet
18.06.2026 – 11:04 UhrLesedauer: 3 Min.
Auf ihrem Weg zu einem möglichen Hormus-Einsatz haben zwei Schiffe der deutschen Marine den Suezkanal passiert. Bald gelangen sie an die jemenitische Küste – und damit in die Nähe einer vom Iran unterstützten Terrormiliz.
Auf ihrem Weg zu einem möglichen Einsatz in der Straße von Hormus haben zwei Schiffe der deutschen Marine am Donnerstag den Suezkanal passiert. Das Minenjagdboot „Fulda“ und das Versorgungsschiff „Mosel“ sollten nun binnen fünf bis sieben Tagen das Rote Meer Richtung Süden durchfahren und dann zur weiteren Einsatzvorbereitung im Hafen des afrikanischen Kleinstaats Dschibuti Halt machen, teilte das Bundesverteidigungsministerium mit. Insgesamt befänden sich rund 140 Soldatinnen und Soldaten an Bord der beiden Marineeinheiten.
Die deutschen Einheiten würden „vorstationiert für eine mögliche Mission in der Straße von Hormus“, sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Donnerstag vor einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. Es handele sich um eine „vorausschauende, vorsorgliche Maßnahme“, um im Falle eines Einsatzmandats „schnell handlungsfähig und vor allem schnell dann in der Straße von Hormus“ zu sein, sagte Pistorius weiter.
Zur „Vorbereitung eines möglichen Einsatzes“ seien die „Fulda“ und die „Mosel“ zusätzlich mit autonomen Systemen, Minentauchern und Schutzvorrichtungen ausgestattet worden, teilte das Ministerium weiter mit. Die Bundesregierung sei „bereit, einen wesentlichen und sichtbaren Beitrag in einer internationalen Koalition zum Schutz der freien Seefahrt in der Straße von Hormus zu leisten“, bekräftigte es. Die „Fulda“ und die „Mosel“ würden vom britischen Versorgungsschiff „Lime Bay“ begleitet.
Riskante Fahrt durch Islamisten-Gebiet
Um zu ihrem Zwischenstopp nach Dschibuti zu gelangen, müssen die deutschen Marineschiffe den Jemen und die Meerenge Bab al-Mandab passieren – und kämen damit der islamistischen Huthi-Miliz gefährlich nahe. Die Huthis gelten als enger Verbündeter des Iran und kontrollieren weite Teile des Südjemen. Seit Jahren beschießt die Miliz internationale Schiffe mit Drohnen und Raketen.
In der schwarz-roten Koalition gibt es daher die Sorge, dass die Huthis gegen die deutschen Marineschiffe aktiv werden könnten – insbesondere dann, wenn das iranische Regime die geplante westliche Militärmission zur Sicherung der Straße von Hormus ablehnt. Führende Koalitionspolitiker pochen daher auf eine Zustimmung des Iran zu dem Einsatz, auch um die Gefahr durch die Huthis einzudämmen.
