Was treibt die Kosten am stärksten?
Das Vorab-Investment ist hoch: Bohrungen, Kraftwerksinfrastruktur und dann die Extraktionsanlage. Dazu kommt noch, dass wir nur ein Vorprodukt gewinnen. Es muss dann noch in einer Raffinerie weiterverarbeitet werden, damit es etwa in einer Batterie verwendet werden kann.
Davon gibt es aber nur wenige.
Das stimmt. Es gibt in ganz Europa nur eine Raffinerie in Salzgitter und eine in Portugal. Das Unternehmen Vulcan Energy, das auch im Oberrheingraben Lithium gewinnen will, plant ebenfalls, eine Raffinerie zu bauen. Dafür haben sie mehr als eine Milliarde Euro zurückgestellt. Der Raffinerieprozess ist sehr schwierig, weil die Hauptabnehmer strenge Qualitätsanforderungen haben. Denn keiner möchte, dass einem am Ende die Batterien um die Ohren fliegen, weil das Lithium nicht rein genug ist.
Die australische Firma Vulcan Energy hat für das Projekt im Oberrheingraben schon Milliardeninvestitionen angezogen, es gibt staatliche Unterstützung und Abnahmeverträge. Ab 2028 sollen 24.000 Tonnen kommen – genug für eine halbe Million E-Autos. Setzt Sie das unter Druck?
Vulcans Förderanlage ist nur wenige Kilometer von uns entfernt, die Untergrundbedingungen dort sind ähnlich. Trotz der Konkurrenz schauen wir uns begeistert an, was sie machen. Wenn deren Raffinerieprozess läuft, wären wir bereit, unser Vorprodukt zu liefern – das wäre ein potenzieller Abnehmer.
Herr Homuth, vielen Dank für das Gespräch.
