
Verbindung zu Sexualstraftäter
Deutsche Bank räumt Fehler im Fall Epstein ein
09.02.2026 – 13:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Deutsche Bank erklärt sich zum Fall Epstein. Aktionärsschützer stellen indes weitere Forderungen.
Angesichts neuer Enthüllungen hat die Deutsche Bank ihre Geschäftsbeziehung zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein erneut als Fehler bezeichnet. „Wie seit dem Jahr 2020 immer wieder betont, erkennt die Bank ihren Fehler an, Jeffrey Epstein 2013 als Kunden aufgenommen zu haben“, teilte ein Sprecher des Instituts in Frankfurt auf Anfrage mit.
Epstein war nach Angaben der Deutschen Bank im August 2013 ihr Kunde geworden, im Dezember 2018 leitete die Bank demnach den „Prozess der Beendigung“ der Kundenbeziehung ein.
In den jüngst vom US-Justizministerium veröffentlichten Dokumenten aus den Epstein-Akten finden sich Berichten mehrerer Medien zufolge Hinweise darauf, dass Epstein zwischenzeitlich mehr als 40 Konten bei der Deutschen Bank führte und einen Großteil seines Vermögens dort verwahrte.
Die „Bild“-Zeitung zitierte zuletzt den Vizepräsidenten der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), der Frankfurter Rechtsanwalt Klaus Nieding, mit der Forderung an die Deutsche Bank, Finanzunterlagen zur Geschäftsverbindung mit Epstein offenzulegen: „Die Vorlage dieser Unterlagen und eine eindeutige und schonungslose Offenlegung der seinerzeitigen Geschäftsverbindung ist auch eindeutig vor der Präsenz-Hauptversammlung der Bank am 28. Mai 2026 erforderlich, um einen Reputationsschaden durch die Gerüchteküche zu vermeiden.“
Das Institut betonte auf Anfrage, unmittelbar nach Epsteins Verhaftung im Juli 2019 habe es die zuständigen Behörden kontaktiert und ihre volle Unterstützung bei den Ermittlungen angeboten. „Die Deutsche Bank hat das Thema in Absprache mit den Aufsichtsbehörden aufgearbeitet und ist die Probleme systematisch angegangen“, sagte der Sprecher des Dax-Konzerns.
Seither habe die Bank „substanziell in Schulungen, Kontrollen und in die Verbesserung ihrer operativen Prozesse investiert und ihre Kontrollen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität erheblich verstärkt“. Der Deutsche-Bank-Sprecher bekräftigte: „Wir bedauern unsere damalige Geschäftsbeziehung zu Epstein zutiefst. Die Deutsche Bank hat aus diesem Fehler gelernt.“
Ähnlich hatte sich im Juli 2020 der seit April 2018 amtierende Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing in einem CNBC-Interview geäußert: Die Bank habe „ihre Lektion gelernt“ und es seien „natürlich auch personelle Konsequenzen gezogen worden“, sagte Sewing in dem Interview des US-TV-Senders.