Deutsche Bahn stoppt Werbespots mit Anke Engelke

Kritik an hohen Kosten

Deutsche Bahn stoppt Werbevideos mit Anke Engelke

07.02.2026 – 23:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Anke Engelke spielt die Hauptrolle in ulkigen Bahn-Werbespots. (Quelle: Tobias Schult/Deutsche Bahn AG)

Die Werbespots der Deutschen Bahn mit Anke Engelke werden nicht fortgesetzt. Das Unternehmen wird für die hohen Kosten kritisiert.

Die Deutsche Bahn steht wegen der Kosten für die Miniserie „Boah, Bahn“ mit der Komikerin Anke Engelke in der Kritik. Grund sind die hohen Kosten, die sich nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung auf sieben Millionen Euro belaufen sollen. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Sebastian Fiedler, nannte es in der „Bild am Sonntag“ einen Skandal, dass der Bahn-Vorstand „so viele Millionen Euro für lustige Werbeclips“ ausgebe.

„Für dieses Geld hätten mindestens 100 zusätzliche Sicherheitskräfte ein Jahr lang bezahlt werden können“, sagte Fiedler dem Blatt. Das Thema werde im Innen- und Verkehrsausschuss des Bundestags ein Nachspiel haben.

In der Serie spielt Engelke die Hauptrolle der Zugchefin Tina, die mit typischen Problemen der Bahn wie Verspätungen oder defekten Kaffeemaschinen im Bordbistro kämpft.

Die Deutsche Bahn machte keine Angaben zu den Kosten und verwies auf Anfrage darauf, dass „Informationen zu Werbeausgaben sowie zu Auftrags- bzw. Vertragsdetails unmittelbare Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der Deutsche Bahn AG sind und nicht öffentlich kommuniziert werden“. Das Budget bewege sich im Rahmen vergleichbarer Werbekampagnen in der Branche.

Unabhängig davon bestätigte die Bahn, dass es 2026 keine Fortsetzung der Serie „Boah, Bahn!“ geben werde. „Eine Fortsetzung der Kampagne passt nicht in die Zeit“, hieß es auf Anfrage.

In der im Oktober 2025 gestarteten Webserie „Boah, Bahn!“ mit 3-4-minütigen Episoden werden nach früheren Angaben der Deutschen Bahn Geschichten aus dem Alltag des Zugpersonals mit einem Augenzwinkern erzählt. Die Folgen wurden auf den Social-Media Kanälen der Bahn ausgespielt.

Der DB-Vorstand für den Personenfernverkehr, Michael Peterson, hatte die Webserie mit Engelke zum Start im Oktober 2025 seinerzeit als „humorvolle Liebeserklärung an die Mitarbeitenden“ der Bahn gelobt.

Der Vorsitzende der Bahngewerkschaft EVG, Martin Burkert, fragt laut „Bild am Sonntag“ nun mit Blick auf die Kosten, „ob nicht die Sanierung aller Pausenräume oder eine flächendeckende Ausstattung mit Bodycams die bessere Liebeserklärung gewesen wäre“.

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