Details zur Razzia – und was Abramowitsch damit zu tun hat

Razzia bei der Deutschen Bank

Konzern-Boss äußert sich: Wollen „der europäische Champion werden“


29.01.2026 – 15:33 UhrLesedauer: 3 Min.

Christian Sewing: „Von diesem Weg werden wir uns nicht abbringen lassen.“ (Quelle: Florian Wiegand)

Die Deutsche Bank steht erneut im Fokus der Justiz. Der Fall überschattet die Präsentation der Rekordgewinne des Geldhauses.

Die Justiz durchsuchte am Mittwoch die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main sowie einen Standort in Berlin – ausgerechnet einen Tag vor der Bilanzvorlage des größten deutschen Geldhauses am Donnerstag. Die wichtigsten Fragen zur Razzia beantwortet t-online.

Geldwäsche. Konkret geht es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) um Geschäfte im verschachtelten Firmenkonglomerat des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch. Dieser steht seit 2022 auf der Sanktionsliste der EU und ließ über einen Anwalt mitteilen, ihm seien keine Ermittlungen deutscher Behörden in dieser Angelegenheit bekannt.

Abramowitschs Anwalt erklärte: „Herr Abramowitsch hat stets im Einklang mit den geltenden nationalen und internationalen Gesetzen und Vorschriften gehandelt.“ Jede gegenteilige Behauptung sei falsch und rufschädigend.

Vorwürfe, beim Thema Geldwäsche nicht genau genug hinzuschauen und Verdachtsanzeigen zu spät abgegeben zu haben, haben der Deutschen Bank schon mehrfach Ärger mit Justiz und Aufsicht eingebrockt. Ende April 2022 durchsuchten Ermittler von Staatsanwaltschaft, BKA und Bafin die Zentrale der Bank in Frankfurt. Das Institut bekam Bußgelder aufgebrummt, die Finanzaufsicht Bafin setzte bis Ende 2024 einen Sonderaufpasser ein, der überwachen sollte, welche Fortschritte die Bank bei Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung macht.

Linken-Chef Jan van Aken begrüßt die Ermittlungen. „Gut, dass sich heute die Polizei die Deutsche Bank vorgenommen hat“, sagte er t-online. Deutschland dürfe kein Schutzraum für kriminelle Superreiche sein. Van Aken weiter: „Der Oligarch Roman Abramowitsch steht seit 2022 auf der EU-Sanktionsliste und trotzdem konnte er offenbar weiter sein Vermögen in Deutschland bewegen. So etwas ist hier möglich, weil Deutschland immer noch das Top-Geldwäscheparadies Europas ist und weil die zuständigen Behörden viel zu langsam und schlecht miteinander vernetzt arbeiten.“ Die Deutsche Bank gehöre „unter scharfe Aufsicht“: „Wer Sanktionen unterläuft und für Oligarchen das Geld dreht, gehört vor Gericht“, so van Aken.

Wer Geldwäsche betreibt, verschleiert Geld, das möglicherweise aus Straftaten stammt – und führt dieses dann wieder dem „legalen Kreislauf“ zu, erklärt Rechtsanwalt Jonas Hennig auf seiner Webseite. Seit einer Gesetzesverschärfung im Jahr 2021 fallen darunter nicht mehr nur Gelder aus schwerwiegenden Straftaten, sondern aus allen rechtswidrigen Taten – häufig beispielsweise aus Betrugsfällen, so Hennig.

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