Später bedauerte Nagelsmann dann in einem Interview bei MagentaTV seine Worte, bezeichnete diese als „unnötig“. Bei Undav habe er sich nach der Partie gegen Ghana entschuldigt, betonte der Bundestrainer. „Das hat er Gott sei Dank angenommen, und es ist auch alles in bester Ordnung zwischen uns“, sagte Nagelsmann – und dürfte mittlerweile noch deutlich glücklicher darüber sein als er es damals vermutlich schon gewesen war.

„Deniz ist Wahnsinn“: Auf Undavs Treffsicherheit ist Verlass

Der Abend in Toronto gegen die Elfenbeinküste hat dem Bundestrainer zumindest eines endgültig gezeigt: Undav ist auf dem Weg zum Erreichen des großen Ziels der DFB-Elf keine Nebenfigur mehr, sondern längst einer der Hauptcharaktere. Schon unmittelbar nach dem EM-Aus vor zwei Jahren hatte Nagelsmann öffentlich den deutschen Angriff auf den WM-Titel ausgerufen. Nach zwischenzeitlich schwankenden Leistungen der DFB-Elf schien ein fünfter Triumph bei einer Weltmeisterschaft jedoch reines Wunschdenken.

Julian Nagelsmann: Der Bundestrainer muss sich mit der Frage auseinandersetzen, ob er Deniz Undav künftig von Anfang an spielen lassen will. (Quelle: IMAGO/Eibner-Pressefoto/Scott Coleman/imago)

Die zwei Siege zum Turnierauftakt haben Deutschland plötzlich aber wieder in den Favoritenkreis auf den Gesamtsieg gespült. Insbesondere, weil das Team mit Undav nun einen Spieler in seinen Reihen weiß, auf dessen Treffsicherheit es sich aktuell komplett verlassen kann.

Nadiem Amiri, der den Ausgleich gegen die Elfenbeinküste per Flanke vorbereitet hatte, adelte seinen Mitspieler als einen „Killer vor dem Tor“ und schwärmte: „Deniz ist einfach Wahnsinn.“ Undav brauche nicht viele Chancen, erklärte der Mainzer, der Deutschlands Nummer 26 zudem als „Phänomen“ bezeichnete. „So einen in der Mannschaft zu haben, tut einfach gut.“ Womöglich ist es für einen Titelgewinn am Ende sogar essenziell. Denn die Kaltschnäuzigkeit, die Undav bisher an den Tag legt, wird die deutsche Mannschaft gegen die Top-Gegner wie Frankreich oder England dringend benötigen.

Nagelsmann will Undavs „Flow“ nicht brechen

Julian Nagelsmann scheint die Zeichen der Zeit hinsichtlich Undav jedenfalls erkannt zu haben. Die Aussicht auf einen Startelfeinsatz gegen Ecuador unterstreicht, dass sich auch der Bundestrainer der sportlichen Bedeutung des gebürtigen Niedersachsen für die Mannschaft mehr als bewusst ist – und dass er ihm weitere entscheidende Momente bei der WM zutraut.

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