Tausende blockieren Brenner
„Das geht heute in die Geschichte Tirols ein“
30.05.2026 – 15:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Nichts geht mehr am Brenner – wegen einer Großdemonstration ist die wichtige Transitroute abgeriegelt worden. Doch das befürchtete Chaos blieb aus.
Am Brenner haben am Samstag Tausende Menschen gegen den Lastwagenverkehr auf der Alpenroute demonstriert. Für die Dauer des Protests sperrten die Behörden seit dem Vormittag die Strecke für den Transitverkehr. Erst am Abend soll die wichtige Strecke wieder freigegeben werden.
Initiator der Demonstration ist Karl Mühlsteiger, Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner. „So kann es einfach nicht mehr weitergehen“, sagte er. Die Bevölkerung im Wipptal habe die Schmerzgrenze erreicht: „Wir kollabieren mittlerweile unter den extremen Abgasen.“ Viele Demonstranten reisten mit Zügen und Fahrrädern an.
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Italien: Brenner-Demonstranten wollen mehr Lärmschutz
Zu den Forderungen zählten ein erweiterter Lärmschutz sowie die Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene. Auf manchen Schildern war zudem Kritik an der verzögerten Planung der Bahn-Zulaufstrecke in Bayern zu sehen – jener Strecke, die nach der Fertigstellung des Brennerbasistunnels die Autobahn entlasten soll.
Tirols Ministerpräsident Anton Mattle (ÖVP) erklärte, er habe die Forderungen der Demonstranten bereits an Wien, Berlin, Rom und Brüssel weitergeleitet. Die Belastungen durch den „überbordenden Transit“ hätten inzwischen Grenzen überschritten. Mühlsteiger kündigte an, die Bevölkerung werde auch nach diesem Aktionstag nicht ruhen: „Das geht heute in die Geschichte Tirols ein.“
Brenner-Sperre: Verkehrschaos blieb aus
Das erwartete Verkehrschaos durch die Sperre blieb aus. Es sei „extrem ruhig“ geblieben, sagte der Sprecher des Autobahnbetreibers Asfinag, Alexander Holzedl. Auch auf den Ausweichstrecken habe es kaum Behinderungen gegeben. Polizei und Rettungsdienste in Bayern und Österreich hatten sich auf mögliche Einsätze in befürchteten Staus vorbereitet.
Fast 11 Millionen Autos und rund 2,5 Millionen Lastwagen haben 2025 laut Asfinag die mautpflichtige Autobahn benutzt. Damit ist die Strecke die verkehrsreichste Nord-Süd-Verbindung der Alpen. Nach Berechnungen des Ökologie- und Verkehrsverbands VCÖ fuhren voriges Jahr fast dreimal so viele Lkw über den Brenner wie über alle Alpen-Transitstrecken der Schweiz.
