Eintracht Frankfurt legt unter dem neuen Trainer Adi Hütter in der Liga einen Fehlstart hin. Die Gründe sind vielschichtig, laut TV-Experte Sebastian Kneißl aber nicht unlösbar.
Zwei Spiele, sieben Gegentore und nur ein Punkt: Der Saisonstart von Eintracht Frankfurt unter Adi Hütter lief alles andere als optimal. Zumal die SGE am ersten Spieltag bei Union Berlin eine 3:1-Führung und im Heimspiel gegen den FC Augsburg einen 1:0-Vorsprung verspielte.
Doch nicht nur aus sportlicher Sicht ist es um den Klub gerade enorm unruhig. Seit März gibt es wiederholt Gerüchte um einen möglichen Abschied von Sportvorstand Markus Krösche. Dieser zog in der kürzlich abgelaufenen Transferphase auch den Unmut einiger Beobachter und Fans auf sich, die sich mehr Transfers gewünscht hätten.
Vor dem Nachbarschaftsderby bei Mainz 05 (am Samstag ab 15.30 Uhr im Liveticker bei t-online) analysiert Dazn-Experte Sebastian Kneißl im Interview mit t-online den viel kritisierten Kader der Eintracht und stellt bestimmte Forderungen an zwei Top-Stars.
t-online: Herr Kneißl, sieben Bundesligaspiele in Folge nicht gewonnen und von den vergangenen zehn nur eins gewonnen. Machen Sie sich Sorgen um die Eintracht?
Sebastian Kneißl: Wenn es der gleiche Trainer und die gleiche Mannschaft wie zum Ende der vergangenen Saison wäre, würde ich mir Sorgen machen.
Aber bei der Eintracht ist Adi Hütter als Trainer zurückgekehrt, zudem wurden sieben neue Spieler verpflichtet, 16 sind gegangen.
Daher mache ich mir keine Sorgen. Ich bin eher gespannt, wann sie das Gefühl für die neue Spielphilosophie über einen längeren Zeitraum auf den Platz kriegen. Sie haben in zwei Spielen Leistungen gezeigt, die größtenteils sogar gut waren, aber bekommen eben wieder sieben Gegentore und haben Gesprächsthemen, die nicht angenehm sind.
Durch die personellen Veränderungen wird bei Frankfurt aktuell viel von „Umbruch“ gesprochen und dass solche Rückschläge Teil des „Prozesses“ sind.
Ich mag diese Worte nicht und ich habe bei Adi Hütter gemerkt, dass es ihm genauso geht. „Umbruch“ oder „Prozess“ sind Ausreden und Worte, hinter denen du dich verstecken kannst. Er möchte sich aber nicht verstecken und der Mannschaft keine Chance geben, sich dahinter zu verstecken. Dass sie sich finden müssen, ist klar, aber es muss schnellstmöglich für Eintracht Frankfurt erfolgreich sein. Denn der Klub hat mittlerweile den Anspruch, unter den Top 8 der Liga zu sein.
Zur Person
Sebastian Kneißl (Jahrgang 1983) arbeitet seit 2016 als Experte und Co-Kommentator für Dazn. Während seiner aktiven Karriere spielte er in der Jugend von Eintracht Frankfurt und stand von 2000 bis 2005 beim FC Chelsea unter Vertrag. Aufgrund zahlreicher Verletzungen musste er seine Karriere schon früh beenden.
