„Wir verstehen Ihren Ärger“

Das zahlt die Lufthansa für die Chaos-Nacht im Flieger


Aktualisiert am 05.03.2026 – 03:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Flugzeug der Lufthansa am Flughafen München (Archivbild): Offenbar führte die Konzern-Kommunikation zu Missverständnissen. (Quelle: Sven Hoppe/dpa)

Mitte Februar schneit es heftig, am Flughafen München müssen 600 Passagiere die Nacht im Flugzeug verbringen. Ein Reisender hofft auf Kompensation, erhält eine Mail – und ist empört. Die Lufthansa hält dagegen.

Nach der erzwungenen Übernachtung Mitte Februar im Flugzeug haben die betroffenen Passagiere von der Lufthansa Kompensationszahlungen erhalten. Das sagte eine Sprecherin der Airline am Mittwoch t-online.

Passagiere, die Kurzflüge gebucht hatten, erhielten demnach 250 Euro. Für längere Flüge habe es mehr gegeben.

Mutmaßlich ungeschickte Konzernkommunikation führte offenbar dennoch zu Ärger. Die Münchner Zeitung „TZ“ berichtet von einem Mann, der sich mit der Bitte um Entschädigung an die Fluggesellschaft gewandt und gleichzeitig Verzehrbelege eingereicht hatte.

Die „TZ“ zitiert aus einer Mail, die der Mann daraufhin von der Lufthansa bekam: „Wir verstehen Ihren Ärger über diesen Vorfall und entschuldigen uns aufrichtig für die Ihnen entstandenen Unannehmlichkeiten“, hieß es demnach darin. Aber: „Der Grund für die Flugunregelmäßigkeit waren außergewöhnliche Umstände. Leider haben wir keinen Einfluss auf Umstände, die in der Verantwortung Dritter liegen.“

Deshalb habe der Passagier keinen Anspruch auf Entschädigung, zitierte die „TZ“ weiter aus der Mail. Die Lufthansa sei allerdings bereit, sich an seinen Ausgaben für Mahlzeiten und Getränke zu beteiligen. Der Mann bekomme 10,93 Euro ausgezahlt, damit sei der Fall für die Lufthansa abgeschlossen.

Die Lufthansa-Mail erscheint kurios: Nachdem am Münchner Flughafen vom 19. auf den 20. November 600 Reisende wegen eines Schneegestöbers in Flugzeugen auf dem Rollfeld übernachten mussten, hatte die Airline Fehler eingeräumt. Fünf der sechs betroffenen Flugzeuge waren Maschinen der Lufthansa, die Chefetage gab sich zerknirscht. „Es wurden nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft“, räumte Münchens Lufthansa-Chef Heiko Reitz ein. „Wir haben in dieser Nacht Fehler gemacht.“

Die Lufthansa habe alle Betroffenen aufgerufen, sich für eine Entschädigung bei der Fluggesellschaft zu melden, sagte die Lufthansa-Sprecherin t-online. Dies tat auch der Fluggast, über den jetzt die „TZ“ berichtet. Über die Antwort war er dann enttäuscht.

Die Lufthansa-Sprecherin betont jedoch, die an ihn gerichtete Mail habe sich rein auf die Verzehrbelege bezogen. Der Mann dachte aber offenbar, die 10,93 Euro seien alles gewesen, was die Lufthansa zu zahlen bereit war. „Das muss ein Missverständnis gewesen sein“, sagte die Sprecherin t-online.

Laut ihr wurde dem Fluggast inzwischen auch seine Kompensation ausgezahlt. Er habe 250 Euro erhalten – für ein 240 Euro teures Ticket.

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