Das „Ya Man“ in Moabit

Berliner Lokale

„Ya Man“: Dieses Restaurant konnte Frank Rosin retten


Aktualisiert am 04.01.2026 – 10:10 UhrLesedauer: 2 Min.

Frank Rosin (Archivbild): In Berlin rettete der TV-Koch ein afrikanisches Restaurant. (Quelle: Imago/Sven Simon )

Kurz vor der Pleite, kaum Gäste und hohe Schulden: In Berlin rettete Frank Rosin ein Restaurant erfolgreich. Heute schwärmen Gäste von den Gerichten – das war nicht immer so.

Im Berliner Bezirk Moabit serviert Betreiberin Barbara im „Ya Man“ seit vielen Jahren jamaikanische Gerichte. 2011 war jedoch fast Schluss, die Schließung drohte: Die Gäste blieben aus und ein Schuldenberg von Zehntausenden Euro verschärfte die Situation zusätzlich. TV-Sternekoch Frank Rosin startete einen Rettungsversuch, der offenbar erfolgreich war.

Begeistert davon war die damals 56-jährige Betreiberin zunächst nicht und gab sich gegenüber Rosin wortkarg. Eine Freundin und Aushilfe der Wirtin erklärte daraufhin, dass Barbara kurz vor dem Bankrott stehe. Die an der Armutsgrenze lebende Chefin beklagte fehlende Gäste. Auf Nachfrage von Rosin erklärte sie, dass sie monatlich rund 2000 Euro Umsatz mache, manchmal sogar weniger.

Schnell identifizierte Rosin erste Probleme des Lokals. Beispielsweise biete die Speisekarte keinerlei Orientierung für den Gast. Gerichte würden nicht erklärt werden, obwohl der Gast stets wissen wolle, was auf den Tellern serviert wird. Die Chefin entgegnete, dass die Gäste dies nicht bemängeln würden. Es kam zum Wortgefecht, Rosin drohte sogar mit der Abreise.

Der Wirtin mangele es an Professionalität und Gastroerfahrung, wie sich kurz darauf beim Testessen zeigte. Die Vorspeisensuppe betitelte Rosin als „wässrig, einfältig und langweilig […] – durchgefallen“. Auch Haupt- und Nachspeise überzeugten den TV-Koch und die Gäste nicht. Rosin bezeichnete die Gerichte sogar als Raststättenessen. Nur 23 von 50 möglichen Punkten vergaben die Testesser für das Essen, das Ambiente und den Service.

Nach der Manöverkritik machte sich Rosin mit dem Team des „Ya Man“ und der Wirtin ans Kochen. Den Rezepten sollte karibisches Flair eingehaucht werden. Doch die faden Gerichte waren nicht das einzige Problem.

Die fehlende Gastroerfahrung drohte der Chefin zum Verhängnis zu werden, wie Rosin feststellte. „Barbara kauft ein wie eine Hausfrau – mit dem Unterschied, dass die Hausfrau wirklich die Preise vergleicht.“, so der TV-Koch. Über den bereits angehäuften Schuldenberg verlor die Wirtin ebenfalls den Überblick. Bei einer Aufstellung kommentierte sie: „Ich wusste nicht, dass es so viel war.“

Nach einem Crashkurs in Grundlagen der Kalkulation, einer Schuldenaufstellung und neuem Küchenequipment stand das zweite Testessen an. Die Gäste bewerteten das Restaurant und die Gerichte dabei deutlich besser. 39 von 50 möglichen Punkten wurden erreicht.

Auch heute zieht das Lokal in der Gotzkowskystraße 17 weiter Gäste an. Und die scheinen mehr als zufrieden zu sein, wie aus den Bewertungen der Plattform TripAdvisor hervorgeht. Insgesamt wurde das Lokal mit 4,4 von fünf möglichen Sternen benotet.

Besonders oft wird in den Rezensionen dabei das „leckere authentische jamaikanisches Essen“ oder auch der „ausgezeichnete Service“ von Nutzern gelobt. Auch Chefin Barbara ist offenbar noch im Lokal anzutreffen, wie ein Bild aus dem Frühling vergangenen Jahres zeigt.

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