
Sollte der DFB nicht zur WM in die USA?
Ex-Nationalspieler wird deutlich
Aktualisiert am 30.01.2026 – 16:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Forderungen nach einem Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft werden lauter. Stefan Effenberg hat eine andere Meinung – und spricht Klartext. Eine Erscheinung in den Stadien stört ihn besonders.
Stefan Effenberg hat sich deutlich gegen einen WM-Boykott durch die deutsche Nationalmannschaft ausgesprochen. Entsprechende Forderungen „kann ich überhaupt nicht nachvollziehen“, sagte Effenberg im Gespräch mit t-online.
DFB-Vizepräsident Oke Göttlich hatte zuvor eine Diskussion um die Teilnahme am Turnier, das in Kanada, Mexiko und in den USA stattfindet, angeregt. „Ich frage mich wirklich, wann der Zeitpunkt ist, darüber konkret nachzudenken und zu reden. Und für mich ist dieser Zeitpunkt definitiv gekommen“, erklärte der Funktionär der „Hamburger Morgenpost“. Und bezog sich dabei auf die aktuelle politische Lage in den USA.
Doch dem 50-Jährigen schlug auch schon direkt deutliche Kritik entgegen. Verbandschef Bernd Neuendorf hatte derartige Bestrebungen allerdings direkt als „völlig verfehlt“ abgetan. Und legte noch nach: „Es ist eine Stellungnahme gewesen eines einzelnen Vertreters aus dem Präsidium. Der Kollege ist noch nicht so lange dabei“, stellte der DFB-Boss klar. „In der Regel ist es bei uns so, dass wir diese Themen in den Gremien besprechen und uns eine Meinung bilden. Er ist leider vorgeprescht. Die Debatte kommt zur Unzeit und ist für uns kein Thema.“
Auch DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig hatte seinen Verbandskollegen kritisiert. „Ich habe es ein bisschen bedauert, dass Oke die Reihenfolge falsch gewählt hat, weil er ist eben nicht nur St.-Pauli-Präsident, sondern er ist auch DFB-Vizepräsident.“ Göttlich hätte in dieser Rolle zunächst einmal dem DFB seine Sicht der Dinge schildern sollen. „Das wäre sicherlich zielführender gewesen“, so der Ex-Bundesligamanager. Göttlich reagierte besonders auf Neuendorfs Antwort mit beißender Ironie.
Nun reiht sich auch Effenberg in die Reihe der Kritiker ein – und schließt einen Boykott aus. „Das wird nicht passieren“, meint Effenberg weiter. „Für die Spieler müssen der Sport, das Turnier und natürlich der Titel im Vordergrund stehen, keine politisch motivierten Aktionen.“ Der 57-Jährige betont: „Die Politik muss da außen vor sein“, auch wenn das für die Spieler ob ständiger Nachfragen „sehr schwer“ sei.