Der neue Drohnenverband soll dem Vernehmen nach Teil der 10. Panzerdivision werden, zu der auch die in Litauen an der Nato-Ostgrenze stationierte Panzerbrigade 45 gehört.

„Drone Line“: Die neue Strategie der Ukraine

Robert „Magyar“ Browdi (Archivbild): Der frühere Unternehmer organisiert die Drohnentruppen der Ukraine. (Quelle: Dan Bashakov)

Der Krieg in der Ukraine verändert das Schlachtfeld. Die Widerstandsfähigkeit der ukrainischen Armee verdankt sich nicht zuletzt ihrer Innovationsfähigkeit, gerade bei Drohnen.

Doch Entwicklung ist nur ein Aspekt. Daneben geht es um Organisation. Die ukrainische Armee baute unter dem schillernden Robert Browdi, genannt „Magyar“ (Ungar), ein eigenes Drohnenregiment auf. Genannt „Magyar’s Birds“ – Magyars Vögel. Sein Credo: „Die Drohnen sind die Pest unseres Jahrhunderts.“

Die Überlegung: Drohnen sind billig und rasch in großer Stückzahl herzustellen. Sie taugen nicht allein als Abwehr-, sondern auch als Angriffswaffe. Und vor allem: Wegen der kurzen Entwicklungszeit lässt sich mit den unbemannten Flugobjekten auch schnell auf neue Entwicklungen auf dem Schlachtfeld reagieren. Browdi: „Als der Krieg begann, hat sich alles verändert.“

Vor allem die Organisation der ukrainischen Armee. Drohnenspezialisten sind dort direkt in die Fronteinheiten integriert und agieren zum Beispiel im Verbund mit Panzereinheiten. Von „Drone Line“ – Drohnenlinie – sprechen Fachleute. „Im Gegensatz zu den Anfangstagen, als einzelne Einheiten improvisierte zivile Drohnen nutzten, bündelt das neue ukrainische Drone-Line-Projekt seit Anfang 2025 die taktischen Erkenntnisse und die Logistik von Elite-Drohneneinheiten unter einem Dach“, erläutert die Heritage Foundation. Die neuen Waffen bringen eine neue Struktur der Truppe.

Neue Hierarchie: Mehr Macht für die Basis

Eine ukrainische Einheit lässt eine Drohne aufsteigen. (Archivbild) (Quelle: Evgeniy Maloletka/ap)

Der Einsatz von Drohnen wirbelt auch das militärische Machtgefüge durcheinander. Im klassischen Militär bündelt der Generalstab die Informationen und entscheidet, die Einheiten an der Front führen aus. Drohnen verändern diese Hierarchie.

So überwachen die Einheiten an der Front einen Streifen von bis zu 15 Kilometern Tiefe mit Aufklärungsdrohnen, das verschafft ihnen einen Informationsvorsprung zur Führung. Oft müssen die Einheiten an der Basis auch sekundenschnell entscheiden. „Dies hebt hierarchische militärische Kulturen zwar nicht auf, erzeugt jedoch eine Spannung innerhalb dieser Strukturen, indem Informationsvorteile neu verteilt und Autoritätsverhältnisse innerhalb militärischer Organisationen umgestaltet werden“, heißt es in der Studie der Heritage Foundation.

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