
Rekordjagd am Ende?
Das steckt hinter dem Kurssturz bei Gold und Silber
Aktualisiert am 02.02.2026 – 16:53 UhrLesedauer: 3 Min.
Angesichts globaler Konflikte haben sich Gold und Silber rapide verteuert. Nun dreht der Trend – auch wegen einer Entscheidung von US-Präsident Donald Trump.
Nach einer monatelangen Rekordjagd sind die Preise für Gold und Silber auf Talfahrt. Der Preis für eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) fiel am Montag um mehr als vier Prozent auf 4.670 US-Dollar, nachdem er am Freitag bereits um neun Prozent abgesackt war. Zeitweise war der Goldpreis im frühen Handel sogar bis auf 4.402 Dollar gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit fast vier Wochen. Das sind fast 1.200 Dollar oder etwa ein Fünftel weniger als beim Rekordhoch am Donnerstag.
Wesentlicher Auslöser für die Einbrüche bei den Preisen sind jüngste Kursgewinne beim US-Dollar. Die amerikanische Währung profitierte von der Nominierung des früheren Fed-Gouverneurs Kevin Warsh als Nachfolger des US-Notenbankchefs Jerome Powell durch US-Präsident Donald Trump. Das hatte an den Märkten Zweifel geschürt, dass es tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik kommen wird.
Da Metalle in der Regel in Dollar gehandelt werden, spielt der Kurs der US-Währung eine wichtige Rolle für die Nachfrage. Ein starker Dollar macht die Metalle auf dem Weltmarkt teurer, was die Nachfrage bremst und die Preise belastet.
Hinzu kommen Spekulanten, die auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Diese hatten auf noch höhere Metallpreise gesetzt. Da diese spekulativen Geschäfte oft über Kredit laufen, kommen die Investoren bei fallenden Preisen schnell in Bedrängnis und müssen Positionen verkaufen. Das setzt den Preis dann weiter unter Druck und löste eine Abwärtsspirale aus.
Trotz des jüngsten Einbruchs ist Gold immer noch etwas teurer als Ende 2025. Analysten bleiben optimistisch und rechnen in den kommenden Monaten mit weiter steigenden Preisen. Edelmetalle – allen voran Gold – gelten bei vielen Investoren als „sichere Häfen“ in Krisenzeiten.
Beim Silber fällt der Einbruch vom Rekordhoch noch markanter aus. Der Preis für eine Feinunze sackte zeitweise auf 71,38 Dollar, nach einem Rekordhoch von 121,65 Dollar in der vergangenen Woche. Im Handelsverlauf konnte die Notierung aber einen Teil der Verluste wettmachen und wurde zuletzt bei 82,30 Dollar gehandelt.