Steil, offen, riesig

Das sind die irrsten Seilbahnen der Alpen


07.07.2026 – 07:54 UhrLesedauer: 3 Min.

Schweiz: Die Schilthornbahn rauscht ins Tal. Sie ist eine klassische Pendelbahn zwischen Stechelberg und Mürren mit einer Förderleistung von 800 Personen pro Stunde. (Quelle: Copyright: x4kclipsx via imago-i)

Ob offen, drehend oder nostalgisch: In diesen Seilbahnen in Frankreich, Italien, der Schweiz, Österreich und Deutschland sind die Fahrten zum Gipfel das eigentliche Erlebnis.

Wer in den Alpen ohne eine lange Wanderung hoch hinaus will, nutzt eine der unzähligen Seilbahnen. Alle für sich sind technische Meisterwerke, doch diese sieben Anlagen sind ganz besonders:

1. Im Cabriodeck bis zu 400 Meter über dem Boden

Die Ahornbahn im Zillertal ist ein Doppeldecker der besonderen Art – auf der großen Hauptkabine ist ein Cabriodeck aufgesetzt. Wer dort mitfährt, muss schwindelfrei sein, ansonsten werden es lange sieben Minuten von Mayrhofen hinauf zum Ahornplateau auf knapp 2.000 Meter. An der höchsten Stelle schwebt die Gondel rund 400 Meter über dem Boden.

Wird einem schon beim Gedanken schwummrig, das im Freien zu erleben, nimmt man lieber in der geschlossenen Hauptkabine Platz – mit Raum für 160 Personen ist es laut den Betreibern die Größte in Österreich.

Kosten für Berg- und Talfahrt: 40 Euro für Erwachsene plus 8 Euro Aufpreis für „SkyRide“-Deck

Wanderer in der Ahornbahn: Sie führt von Mayrhofen im Zillertal Tirol bis zur Ahornhütte auf 1.955 Meter Höhe. (Quelle: IMAGO)

2. Freier Blick auf den Vierwaldstättersee

Das Konzept der offenen Gondeln haben die Österreicher nicht exklusiv. Auch in der Schweiz gibt es ein Seilbahncabrio: Es fährt in Nidwalden unweit von Luzern. Während die CabriO-Bahn zum Stanserhorn fährt, fällt der Blick hinab auf den Vierwaldstättersee. Schöner geht es kaum. Plätze auf dem Oberdeck können nicht extra reserviert werden.

Kosten für Berg- und Talfahrt: umgerechnet 40 Euro für Erwachsene

3. Drehend hinauf zum Dach Europas

Die Gipfel des Mont-Blanc-Massivs bekommt in dieser Bahn jeder zu sehen – egal, wo man steht: Die Gondeln der Skyway Monte Bianco, die von Courmayeur im italienischen Aostatal hinauf zum Punta Helbronner (3.466 m) fahren, drehen sich während der Fahrt 360 Grad um die eigene Achse. Der Punta Helbronner liegt auf der Grenze von Italien und Frankreich, nur wenige Kilometer Luftlinie vom Mont Blanc, Europas höchstem Gipfel (4.806 m).

Auf dem Hin- oder Rückweg lohnt sich ein Ausstieg an der Zwischenstation Pavillon auf 2.173 Meter Höhe – dort liegt einer der höchsten botanischen Gärten Europas, mit mehreren Hundert Pflanzen. Im Juli beginnt die Blütezeit. Während man durch den Felsgarten und die Bergwiesen des Gartens streift, fahren im Hintergrund die gläsernen Gondeln.

Kosten für Berg- und Talfahrt: 59 Euro für Erwachsene

Pavillon in Italien: Der Skyway Monte Bianco erzeugt ein vertikales 360°-Aufstiegserlebnis. (Quelle: Diego.Fiore)

4. Technische Pionierleistung aus der Schweiz

Wie bei den Cabrios gibt es auch bei den drehenden Gondeln ein Schweizer Pendant: Die Rotair-Bahn hinauf zum Titlis (3.238 m) im Kanton Obwalden war zu ihrer Eröffnung 1992 die allererste drehbare Seilbahn der Welt. Zwischendurch erneuert, fährt sie noch heute und ist mit ihrem Anstrich in der Optik der Schweizer Flagge auch ein Hingucker.

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