Das sagen Britta Steffen und Christoph Harting zur Olympiabewerbung

„Als Sportler blutet mir das Herz“

Das sagen ehemalige Olympioniken zur Bewerbung Berlins


27.01.2026 – 11:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Britta Steffen bei den Olympischen Sommerspielen in London 2012 (Archivbild): Die Sportlerin sieht die Bewerbung als Chance für Berlin. (Quelle: imago sportfotodienst/imago)

Die Olympiabewerbung Berlins bewegt die Gemüter in der Stadt. Was sagen ehemalige Olympioniken zu den Spielen in der Hauptstadt?

Berlin will sich gemeinsam mit vier weiteren Bundesländern für die Olympischen und die Paralympischen Spiele der Jahre 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Seit der Ankündigung wird hitzig über Berlin als Austragungsort diskutiert.

Während Sportverbände und der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) die Kandidatur begrüßen, sorgen sich Umwelt- und Sozialverbände um eine negative Stadtentwicklung durch Olympia. Doch was halten eigentlich ehemalige Olympioniken von der Bewerbung?

Britta Steffen gilt als eine der erfolgreichsten Schwimmerinnen Deutschlands. Die in Schwedt geborene Sportlerin nahm an insgesamt drei Olympischen Spielen teil – 2000 in Sydney, 2008 in Peking und 2012 in London. Dort sowie bei Welt- und Europameisterschaften gewann sie insgesamt 23 Medaillen und knackte Rekorde.

Auf die Frage, ob sie eine Olympiabewerbung Berlins befürwortet, sagt sie der Regionalredaktion von t-online in Berlin: „Da muss ich keine Sekunde überlegen: ganz eindeutig Ja!“ Es sei ein unvergleichbares Erlebnis, gerade für Nachwuchssportler. „Für junge Athleten sind die Spiele das größte Ziel, das sie in ihrer Laufbahn erreichen können. Sie prägen für das ganze Leben – grundsätzlich sehr positiv“, sagt Steffen.

Sie habe bei den Teilnahmen an den Olympischen Spielen Freundschaften geschlossen und vieles gelernt. Für sie als Sportlerin sei Olympia „immer das Ziel gewesen“. Dennoch könne sie die Kritik verstehen. Steffen sagt weiter: „Mit den Spielen muss einhergehen, dass Sportstätten für die gesamte Bevölkerung hergerichtet und gebaut werden.“ Dazu müssten Sportprogramme und das Ehrenamt gefördert werden.

Christoph Harting, deutscher Diskuswerfer und Olympiasieger im Jahr 2016, kritisiert hingegen die Bewerbung der Hauptstadt scharf. Er sagt der Regionalredaktion von t-online in Berlin: „Wir bauen Sportstrukturen in Berlin sukzessive ab und geben dann sechs Millionen Euro für eine Olympiabewerbung aus“. Unabhängig von den sozial- und klimapolitischen Folgen der Spiele bewerte er die Bewerbung als heuchlerisch. „Als Sportler blutet mir total das Herz“, sagt Harting.

Zwar freue er sich, wenn Olympische Spiele in Deutschland stattfinden – doch in Berlin stehe es im „Unverhältnis“, so Harting weiter. Es fehle viel Geld an der Basis des Berliner Breitensports. „Das Geld könnte besser in die Vereine, Trainerausbildungen und die Erneuerung von bestehenden Sportstätten gesteckt werden.“

Aktie.
Die mobile Version verlassen