Das Problem mit Gil Ofarim und Eva Benetatou

Die eine will nicht, der andere darf nicht – das Dschungelcamp mutiert zum Lager der Mimöschen, während draußen die Meute tobt.

Eigentlich war Gil Ofarim schon in Vergessenheit geraten. Über seine fiesen Lügen war allmählich Gras gewachsen. Doch jetzt hat der Sänger selbst die Harke genommen und alles schön fein säuberlich wieder an die Oberfläche geholt, nur um dann zu sagen: „Ich darf darüber nicht reden.“ Wie enttäuschend!

Dabei hätte die Geschichte von Ofarim so viel Heldenpotenzial. Jimi Blue Ochsenknecht hat es bei „Promi Big Brother“ vorgemacht. Sich ganz kleinlaut ins Fernsehen setzen, nicht müde werden, seine Reue zu zeigen und dann die immer wiederkehrende Entschuldigung mit Dackelblick. Mehr braucht es doch gar nicht, um ein solches Format zu gewinnen. Vom Sünder zum Saubermann. Vom Wolf zum Lamm. Vom Lügenbaron zum Dschungelkönig.

Video | Dschungelcamp: Das ist völlig daneben

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Quelle: t-online

Nachdem Ofarim 2021 einen Hotelmitarbeiter beschuldigt hatte, ihn antisemitisch beleidigt zu haben, kam eine Gerichtsverhandlung und viele Schlagzeilen später heraus: Nee, war doch nicht so. Ofarim kassierte dafür sehr viel Kritik. Zu Recht. Trotzdem kann einem der Sänger fast leidtun. Er bekommt es einfach nicht hin, sich von seiner affektierten Stimme zu verabschieden und sich vom Unsympath zum netten Kerl zu entwickeln. Und dann muss er sich auch noch von Typen wie „Bauer sucht Frau“-Star Patrick Romer oder Realitysternchen Umut Tekin – der eine Chauvinist, der andere Casanova – Seitenhiebe gefallen lassen. Das dürfte dem einst gefeierten Teenieschwarm bitter aufstoßen.

Aber Ofarim hat sich eine gar nicht mal so clevere Strategie für seinen Dschungelausflug ausgedacht. Er redet einfach gar nicht über das, was Deutschland bewegt, weil er es angeblich nicht darf. Verschwiegenheitserklärung, sorry! „Das ‚G‘ [in Gil] steht für gelogen“, fällt Mitcamperin Ariel dazu nur ein, was schon mehr ist, als den meisten Zuschauern zum Verhalten des ehemaligen Popstars überhaupt einfällt.

Statt sich öffentlich zu entschuldigen, will Ofarim über seine Erfolge als Musiker quasseln. Auf die Frage, ob er Reue empfindet, sagt er: „Ich muss dazu nichts sagen.“ Er muss auch nicht Lügen über Hotelmitarbeiter verbreiten, aber gut …

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