Volle Gänge, lange Schlangen
Das nervt Kunden beim Einkaufen am meisten
06.05.2026 – 13:01 UhrLesedauer: 3 Min.
Beim Einkaufen im Supermarkt gibt es einiges, das Kunden auf die Nerven geht. Zwei aktuelle Untersuchungen liefern überraschende Erkenntnisse dazu.
Der Lebensmitteleinkauf ist eine Tätigkeit, der die Menschen regelmäßig nachgehen – oft sogar mehrmals pro Woche. Allerdings geht nicht jeder gerne in den Supermarkt oder Discounter. Das kann verschiedene Gründe haben, wie zwei aktuelle Untersuchungen zeigen.
Forscher der Universität Innsbruck haben etwa herausgefunden, dass volle Supermarktgänge das Kaufverhalten deutlich beeinträchtigen können. Wird der Platz durch zusätzliche Warenständer eingeschränkt, kaufen Kunden insgesamt weniger ein. Entfernen Händler solche Hindernisse, steigen die Verkäufe – selbst wenn dann weniger Produkte präsentiert werden. In einem Experiment legte der Umsatz eines Gangs um rund 11,5 Prozent zu, nachdem zusätzliche Produktständer entfernt worden waren.
Im Zentrum der Studie steht sogenanntes „räumliches Gedränge“. Gemeint ist nicht die Enge durch andere Menschen, sondern durch Gegenstände wie Verkaufsständer im Gang. Diese sollen zwar mehr Aufmerksamkeit für Produkte schaffen, schränken aber gleichzeitig die Bewegungsfreiheit ein.
Die Folge: Kunden bleiben seltener stehen, schauen sich weniger Produkte an und greifen auch seltener zu. Das zeigte sich sowohl in Verkaufsdaten als auch in Beobachtungen im Supermarkt. Kunden in weniger vollen Gängen nahmen Produkte bis zu siebenmal häufiger in die Hand. Besonders deutlich ist der Effekt bei Kunden mit Einkaufswagen. Sie reagieren empfindlicher auf enge Räume als Kunden mit Korb oder ohne Hilfsmittel.
Als nervig empfinden viele Kundinnen und Kunden aber auch die Kassenzone. Eine Umfrage der Finanztechnologie-Plattform Adyen zeigt, dass vor allem die Zahlung mit Bargeld als Zeitfresser an der Kasse gesehen wird. Von den rund 2.500 Befragten gaben 39 Prozent an, dass sie das Bezahlen mit Münzen und Scheinen als Hauptgrund für lange Warteschlangen empfinden.
Trotzdem gehört die klassische Kasse mit Personal für die meisten Deutschen weiter zum Einkauf dazu. 61 Prozent der Gesamtbefragten bevorzugen diese Möglichkeit, bei jüngeren Menschen zeigt sich jedoch ein Wandel. In der Generation Z (Jahrgänge 1995 bis 2010) benutzen nur noch 42 Prozent die Kasse mit Personal lieber, bei Millennials (Jahrgänge 1980 bis 1995) sind es 44 Prozent.
Gleichzeitig gewinnen alternative Bezahlformen an Bedeutung. Vier von zehn Befragten nutzen gezielt Schnellkassen, wenn sie wenige Artikel kaufen. Rund 23 Prozent setzen bereits heute lieber auf Selbstbedienungskassen, um entspannter einzukaufen. Besonders beliebt ist das bei Millennials: Dort liegt die Zustimmung bei 37 Prozent.
Der wichtigste Grund für die Nutzung von Self-Checkout-Kassen ist die Zeitersparnis. Mehr als zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) wollen damit Wartezeiten vermeiden. Weitere Gründe sind ein schnellerer Bezahlvorgang (39 Prozent), das eigene Tempo beim Bezahlen (34 Prozent) und die einfache Bedienung (21 Prozent).
