
Ernste Krankheit möglich
Das kann dahinterstecken, wenn das Bein einseitig kribbelt
Aktualisiert am 08.02.2026 – 07:35 UhrLesedauer: 2 Min.
Meist ist ein Kribbeln im Bein harmlos – doch in manchen Fällen kommt auch eine ernste Krankheit infrage. Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten.
Bestimmt ist Ihnen auch schon einmal Ihr Bein „eingeschlafen“, weil sie falsch gesessen sind. Das Bein ist erst „taub“, weil Gefäße abgeklemmt waren und Blut nicht richtig fließen konnte. Lösen Sie die Sitzposition und schießt das Blut zurück in die Adern, kribbelt es für ein paar Minuten. Das ist harmlos.
Eine „Missempfindung“ im Bein, wie Mediziner das Kribbeln auch nennen, kann aber auch andere Ursachen haben, etwa Nährstoffmangel. Wenn dem Körper etwa zu wenig Magnesium oder Eisen, Vitamin B oder Folsäure zur Verfügung stehen, kann sich das unangenehm anfühlen.
Wer häufig oder dauerhaft unter kribbelnden Gliedmaßen leidet, sollte einen Arzt aufsuchen. Denn auch ernste Erkrankungen wie ein Bandscheibenvorfall, ein Raucherbein, ein Schlaganfall oder Multiple Sklerose können Auslöser sein.
Wichtig ist es, genau darauf zu achten, wo das Kribbeln auftritt (einseitig, beidseitig, im Oberschenkel, in den Waden, in den Füßen) und wie lange es anhält. Tritt es plötzlich halbseitig an Arm und Bein auf, sollte man sofort einen Arzt kontaktieren, da dies ein Warnzeichen für einen Schlaganfall sein kann.
Betrifft das Gefühl nur eine Extremität, könnte es sich auch um einen Bandscheibenvorfall handeln, der meistens auch mit starken Schmerzen einhergeht. Tritt das Kribbeln an beiden Unterschenkeln und Füßen auf, handelt es sich häufig um Erkrankungen der langen Nervenbahnen, sogenannte Polyneuropathien.
Die Leitfähigkeit der Nerven ist gemindert und sie geben nur noch schwache Befehle an die Muskeln weiter. Auch das Schmerzempfinden ist geschwächt. Polyneuropathien betreffen häufig ältere Menschen oder Diabetiker. Auch Alkoholsucht oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten können Auslöser sein.
Kribbeln an den Gliedmaßen kann außerdem auf Multiple Sklerose hindeuten. Allerdings verlaufen Gefühlsstörungen bei dieser Krankheit sehr unterschiedlich. Deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, ob noch andere Symptome wie zum Beispiel Schwindel und Geh- oder Sehstörungen auftreten. Für eine Diagnose sind umfassende Untersuchungen durch einen Neurologen nötig.