Entspannung statt Tabletten

Spannungskopfschmerz – was hilft gegen den Druck im Kopf?

Ann-Kathrin Landzettel


Aktualisiert am 26.03.2026 – 06:46 UhrLesedauer: 4 Min.

imago images 0366315536

Privater oder beruflicher Stress ist ein möglicher Auslöser für Spannungskopfschmerzen. (Quelle: IMAGO/Ezequiel Sambresqui/imago-images-bilder)

Wie ein zu enger Hut oder ein Gürtel um den Kopf – so beschreiben Kopfschmerz-Betroffene den Spannungskopfschmerz, eine der häufigsten Kopfschmerzformen.

Häufig tritt der Kopfschmerz unter Stressbedingungen auf, etwa nach einem anstrengenden Meeting oder einer Prüfung. Viele greifen dann zu Kopfschmerztabletten, um den dumpf-drückenden Schmerz loszuwerden. Doch es geht auch anders.

Spannungskopfschmerzen kennt fast jeder. Der beidseitige, dumpfe Schmerz, der sich wie ein Schraubstock um den Kopf legt und vor allem im Stirnbereich oder Hinterkopf als besonders intensiv erlebt wird, tritt bei einem Großteil der Bevölkerung ab und an auf. Die Schmerzintensität wird als leicht bis mittel beschrieben. Meist ist der akute Spannungskopfschmerz nach einigen Stunden, manchmal auch Tagen, wieder verschwunden. Begleitsymptome treten in der Regel keine auf. Manchmal verspüren Betroffene ein Benommenheitsgefühl. Deutlich belastender als die akute Form ist der chronische Spannungskopfschmerz.

Ein kleiner Teil der Betroffenen leidet unter einem chronischen Spannungskopfschmerz. Dieser liegt vor, wenn jeweils 14 oder mehr Tagen im Monat Kopfschmerzen aufgetreten sind. Chronischer Spannungskopfschmerz kann mit leichter Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit einhergehen.

Besonders in emotional oder körperlich anstrengenden Situationen treten akute Spannungskopfschmerzen gehäuft auf, beispielsweise unter beruflichem Druck, bei familiärem Stress, nach körperlicher Belastung, aber auch als Folge einer ungünstigen Körperhaltung und muskulärer Verspannungen. Kann sich der Körper ausruhen und entspannen, lässt meist auch der Kopfschmerz wieder nach. Auch eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr, lange Bildschirmarbeit sowie Schlafmangel sind häufige Ursachen für akute Spannungskopfschmerzen.

Beim chronischen Spannungskopfschmerz scheinen auch genetische Faktoren eine Rolle zu spielen. Das Risiko, an einem chronischen Spannungskopfschmerz zu erkranken, ist erhöht, wenn bereits andere Familienmitglieder darunter leiden. Auch tritt der chronische Spannungskopfschmerz bei bestimmten psychischen Erkrankungen gehäuft auf, etwa zusammen mit einer Depression oder Angststörung. Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Spannungskopfschmerzes sind nicht abschließend geklärt.

Der Name Spannungskopfschmerz lässt vermuten, dass verspannte Kopf- und Nackenmuskeln die Ursache sind. Studien konnten das bislang nicht belegen. Womöglich liegt eine Fehlsteuerung im Schmerzsystem vor, die dazu führt, dass die Schmerzschwelle sinkt und auch harmlose Reize als schmerzhaft empfunden werden. Das könnte erklären, warum unter Stress und Anspannung das Risiko für Spannungskopfschmerzen erhöht ist. Regelmäßig angewandt können Entspannungsverfahren wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson helfen, das allgemeine Stresslevel zu senken und Kopfschmerzen zu lindern.

Spannungskopfschmerz behandeln: Bewegung hilft

Spannungskopfschmerzen lassen sich häufig durch Entspannung und Ruhe lindern. Auch regelmäßige Pausen von der Schreibtischarbeit, Dehn- und Lockerungsübungen für den Nacken, Stabilisierungsübungen für die Nackenmuskulatur sowie Schlaf und Stressabbau, beispielsweise durch Meditations- und Entspannungstechniken, werden von vielen Betroffenen als hilfreich beschrieben. Ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft kann den Kopfschmerz ebenfalls verringern. Bewegung im Freien versorgt das Gehirn mit Sauerstoff, aktiviert die Herz-Kreislauf-Tätigkeit und entspannt und lockert angespannte Muskelpartien. Vorbeugend ist Bewegung ebenfalls in vielen Fällen wirksam.

Vorbeugend gegen Spannungskopfschmerzen ist regelmäßige Bewegung empfohlen. Sie kann dazu beitragen, dass die Kopfschmerzen seltener und weniger stark auftreten. Gut geeignet sind sanfte Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren und Schwimmen

Pfefferminzöl, auf die Schläfen aufgetragen, kann zur Linderung von Spannungskopfschmerzen beitragen. Pfefferminzöl ist ein wichtiger Bestandteil der Pflanzenheilkunde. Experten vermuten, dass Pfefferminzöl auf den Schläfen Kälte- und Druckrezeptoren, aber auch Wärme- und Schmerzrezeptoren anregen kann. Dadurch bekommt Pfefferminzöl das Potenzial, eine lokale, anästhesierende Wirkung zu entfalten.

Share.
Die mobile Version verlassen