Das erschüttert Glaubwürdigkeit von Politik

„Markus Lanz“ zur Tennisaffäre

„Das erschüttert Glaubwürdigkeit von Politik“


09.01.2026 – 01:46 UhrLesedauer: 3 Min.

Philipp Amthor (CDU) im Bundestag (Archivbild). (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

Philipp Amthor sieht Kai Wegner wegen dessen Tennisaffäre angezählt. Wegner müsse zu seinen Fehlern stehen, forderte er bei „Markus Lanz“.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) gerät auch innerparteilich immer stärker unter Druck. „Das erschüttert Glaubwürdigkeit von Politik und Krisenmanagement“, kritisierte CDU-Vorstandsmitglied Philipp Amthor am Donnerstagabend bei „Markus Lanz“ seinen Parteifreund. Er forderte Wegner auf, „mit voller politischer Verantwortung“ an das Thema heranzugehen. Das tue dieser aber auch.

Lanz fragte an dieser Stelle, ob Wegner nicht zurücktreten müsste. Amthors Antwort klang nicht so, als ob er das für völlig übertrieben hielte. „Kai Wegner muss mit der Situation jetzt politisch umgehen. Er ist damit unter Druck geraten und er wird damit umgehen“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung.

Sollte Wegner nicht selbst seine politische Laufbahn vorerst beenden, könnten das laut Eva Quadbeck die Berliner Wähler bei der Landtagswahl am 20. September 2026 übernehmen. Dass Wegner am ersten Tag des verheerenden Stromausfalls behauptet hatte, sich wegen der Krise den ganzen Tag im Arbeitszimmer eingeschlossen zu haben – später aber zugab, eine Stunde Tennisspielen gegangen zu sein – werde noch verheerende Folgen haben, prognostizierte die Chefredakteurin des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“: „Das nehmen ihm die Leute übel.“

Zu diesen düpierten Wählern gehört der in Berlin lebende Start-up-Investor Christian Miele. „Offengestanden fühle ich mich da persönlich auch ein wenig verarscht“, kommentierte das CDU-Mitglied bei „Lanz“ das Verhalten des Regierenden Bürgermeisters: „Ich glaube, dass das für Kai Wegner kein gutes Wahljahr werden wird.“

Wegner habe sich „kommunikativ in eine schwierige Lage manövriert“, räumte Amthor in der ZDF-Talkshow ein: „Ich wünsche ihm alles Gute, dass er das auch einfängt.“ Als jemand, der selbst politische Fehler begangen habe, halte er es für wichtig, zu politischen Fehlern zu stehen. Den großflächigen Stromausfall, der von Samstag bis Mittwoch rund 100.000 Menschen betraf, bezeichnete Amthor als „katastrophale Situation“.

Lanz fragte Amthor noch nach einem anderen derzeit umstrittenen Parteifreund. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte bei Lanz gefordert, dass soziale Netzwerke erst ab 16 Jahren erlaubt sein sollen. „Das finde ich auch in Ordnung und das ist auch eine Diskussion, die wir führen müssen“, sagte der Digital-Staatssekretär.

Dazu müsse aber auch die Frage gehören, wie so eine Altersverifikation umgesetzt werden könnte. „Wenn es technisch solide umsetzbar ist, kann man darüber nachdenken“, meinte Amthor. Bei einer Regulierung immer gleich vom Untergang der Meinungsfreiheit zu sprechen, sei nicht richtig. Vielmehr müsse eher noch stärker gegen ehrverletzende Äußerungen in sozialen Netzwerken vorgegangen werden.

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