Kleine Aufmerksamkeit
Kennen Sie schon diesen Trinkgeld-Trick?
Aktualisiert am 08.11.2026 – 14:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein kleines Extra mit der Rechnung kommt bei Restaurantgästen gut an. Eine Studie zeigt nun, welche Wirkung diese Geste auf das Trinkgeld hat.
Nach dem üppigen Essen noch einen hochprozentigen Absacker „aufs Haus“ – oder ein paar Bonbons zur Rechnung? Was viele einfach nur als nette Geste empfinden, ist eigentlich ein kleiner Trick mit viel Wirkung.
Denn wenn Restaurants ihren Gästen mit der Rechnung noch ein kleines Extra – wie etwa einen Schnaps – anbieten, steigt die Chance auf ein höheres Trinkgeld für die Bedienung. Das fanden Forscher der Hochschule Fresenius in Hamburg in einer Studie heraus, die sie im Jahr 2021 im „Journal of Hospitality & Tourism Research“ veröffentlichten.
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In der Regel gäben Gäste fünf bis zehn Prozent Trinkgeld. Ob und wie die Höhe des Trinkgeldes vom Ausgeben eines Gratisgetränkes beeinflusst wird, hatten die Forscher in Experimenten mit Restaurantbesuchern untersucht. Ihre Annahme: Jede Gefälligkeit löst beim Gegenüber Druck aus, die Gefälligkeit zu erwidern. Die Wissenschaftler nennen das Reziprozität.
Gratisgetränk als Trinkgeld-Booster
Die Experimente liefen nach Angaben der Hochschule folgendermaßen: Insgesamt 403 Gastgruppen bekamen in einem griechischen Lokal einen Ouzo spendiert, entweder während des Essens, mit der Rechnung zusammen – oder in einer Kontrollgruppe erst nach dem Bezahlen. Ein ähnliches Experiment wurde anschließend auch in einem deutschen Restaurant durchgeführt.
Die Ergebnisse zeigten, dass Kunden das Geschenk großzügig erwidern, indem sie das Trinkgeld signifikant erhöhen. Die Forscher vermuteten, dass sich Gäste besonders stark verpflichtet fühlen, sich mit einem großzügigeren Trinkgeld zu revanchieren.
Durch den Einsatz einer kleinen Aufmerksamkeit kann Servicepersonal in Restaurants, Cafés und anderen Etablissements also nicht den Gästen einen Gefallen tun, sondern auch mehr Trinkgeld bekommen.
