Bizarre Insel

Weshalb manche hier eine Alienbasis vermuten


12.10.2026 – 07:21 UhrLesedauer: 3 Min.

Luftaufnahme von „El Ojo“: Den Namen bekam die Insel, weil sie aussieht wie ein Auge. (Quelle: Parque Nacional Ciervo de los Pantanos)

Im argentinischen Sumpfland dreht sich eine perfekt runde Insel im Kreis. Einige vermuten dahinter einen Ufo-Landeplatz – doch die Wissenschaft hat eine andere Erklärung.

Mitten im Sumpfland des Paraná-Deltas in Argentinien, rund 70 Kilometer von Buenos Aires entfernt, liegt eine nahezu perfekt kreisrunde Insel in einem ebenso kreisrunden Wasserring. Rund 118 Meter misst sie im Durchmesser. Und sie dreht sich.

Im Netz hat das Gebilde längst einen Namen und eine Legende. „El Ojo“, Spanisch für „das Auge“, gilt dort je nach Quelle als getarnter Ufo-Landeplatz, als Sitz einer alten Gottheit oder als digitale Fälschung, die nur auf Satellitenbildern existiert. Auf Google Maps trug der Ort zeitweise schlicht den Zusatz „misterioso“ – geheimnisvoll.

Tatsächlich ist die Insel ein Rätsel, aber ein anderes als das, das ihr zugeschrieben wird. Denn es gibt eine Erklärung, die vollständig ohne Übernatürliches funktioniert.

Was El Ojo so ungewöhnlich macht

El Ojo liegt in der Provinz Buenos Aires, im weitläufigen Delta des Paraná. Die Insel umfasst knapp 13.924 Quadratmeter und ist von einem schmalen, ringförmigen Wasserkanal umgeben, der sie vollständig vom umliegenden Sumpf trennt. Zwei Eigenschaften machen sie ungewöhnlich.

Zum einen ist das Wasser um sie herum klarer und kälter als das trübe und sumpfige Delta ringsherum. Zum anderen hat sie die spezielle Eigenschaft, dass sie sich dreht, angetrieben von der Strömung im Flussdelta.

Neu ist das Gebilde nicht. Auf Satellitenaufnahmen bei Google Earth ist es bereits 2003 zu sehen, lange bevor es im Internet Aufmerksamkeit erregte.

Wieso bewegt sich die Insel?

Aber wie kann sich die Insel überhaupt drehen? El Ojo besteht nicht aus Fels, sondern aus verfilztem Gras, Binsen und zersetztem Pflanzenmaterial – eine dichte, zähe Matte aus Wurzeln und Biomasse. Solche Pflanzenteppiche entstehen in Feuchtgebieten weltweit. Lösen sie sich vom Untergrund, können sie auftreiben und als schwimmende Insel über Wasser liegen. El Ojo ist damit kein Stück Land, das sich bewegt, sondern ein Pflanzenfloß.

Empfohlener externer Inhalt
Youtube

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Youtube-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Youtube-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Interessant ist auch, warum die Insel einen so perfekten Kreis bildet, dass fast aussieht, wie von Menschenhand (oder von Aliens?) geschaffen. Der Kreis ist nicht die Ursache der Drehung, sondern ihre Folge.

Treibt die Insel im Wasser und wird von der Strömung in Rotation versetzt, schleift ihr harter Rand das weiche Ufer rundherum ab. Jede Umdrehung trägt ein wenig Material weg. Über Jahre entsteht so eine Form, die sich einem perfekten Kreis annähert – weil eine rotierende Scheibe keine andere Form hinterlassen kann. Fachleute vergleichen den Vorgang mit den rotierenden Eisscheiben, die sich im Winter in Flüssen bilden und ebenfalls ohne fremde Hilfe rund werden.

Diese Mythen ranken sich um El Ojo

Auch wenn sich wissenschaftlich relativ einfach und schlüssig erklären lässt, wie die seltsame Insel entstanden ist, ranken sich noch immer viele Mythen und Verschwörungstheorien um El Ojo. So behaupten einige Menschen etwa, dass es sich um einen Ufo-Landeplatz oder gar eine Alienbasis handeln könnte. Belege für übernatürliche oder gar extraterrestrische Aktivitäten gibt es nicht.

Share.
Die mobile Version verlassen