Danone ruft noch mehr Babynahrung zurück – dutzende Chargen betroffen

Zusatzstoff aus China

Danone ruft weitere Babynahrung zurück


Aktualisiert am 06.02.2026 – 08:00 UhrLesedauer: 3 Min.

Flaschen von Aptamil des Herstellers Danone: Das Unternehmen ruft weitere Chargen zurück. (Quelle: IMAGO/Andrew Parsons / Parsons Media/imago)

Danone muss seine Rückrufe von Babynahrung ausweiten. Dutzende Chargen sind jetzt betroffen.

Der Lebensmittelkonzern Danone ruft weitere Chargen der Babynahrungsmarken Aptamil und Milumil zurück. Hintergrund sind aktualisierte Empfehlungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) zu Grenzwerten für den Stoff Cereulid, wie das Unternehmen mitteilte. Cereulid ist laut Efsa ein von Bakterien gebildetes Gift, das 30 Minuten bis sechs Stunden nach der Einnahme plötzliche Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen verursachen kann.

Säuglingsnahrung enthält häufig Öle mit Arachidonsäure. In dieser kann Cereulid enthalten sein. Die Sporen des Bakteriums können in trockenen Zutaten für Säuglingsnahrung überleben. Eine haushaltsübliche Erhitzung tötet sie nicht ab.

Die britische Lebensmittelbehörde FSA bestätigte der britischen BBC, dass das Gift in Arachidonsäureöl in Babynahrungsprodukten enthalten war, die sie untersucht hat. Das Öl werde von vielen Unternehmen der Säuglingsnahrung zugesetzt, es soll eine menschliche Fettsäure nachahmen. Das Öl wurde in China hergestellt, hieß es von der irischen Gesundheitsbehörde FSAI. Hersteller ist die Firma Cabio Biotech in Wuhan, berichten die Wirtschaftswebseite „S&P-Global“ und die „Financial Times.“

Eltern sollten zurückgerufene Produkte demnach auf keinen Fall weiter verwenden. Zeigen Babys nach dem Verzehr Symptome wie etwa Erbrechen oder Durchfall, raten Fachleute dringend zu einem Arztbesuch. Magen-Darm-Erkrankungen können bei Säuglingen schnell zu Komplikationen führen.

Auf den jeweiligen Markenwebsites aptaclub.de und milupa.de können Eltern anhand des Mindesthaltbarkeitsdatums überprüfen, ob ein von ihnen gekauftes Produkt betroffen ist. Wegen möglichen grenzüberschreitenden Handels erstrecke sich der Rückruf dieser Chargen auch auf in Österreich verkaufte Chargen, so Danone. „Produkte der betroffenen Produktionschargen sollen nicht weiter gefüttert und dort zurückgegeben werden, wo diese gekauft wurden“, teilte das Unternehmen mit.

Schon Anfang Januar hatte auch der Nahrungsmittelkonzern Nestlé Säuglingsnahrungsprodukte wegen desselben Toxins zurückgerufen. Betroffen waren verschiedene Pulver und Flüssigkeiten in Dosen, Schachteln und Flaschen der Marken Beba und Alfamino.

Auch in Großbritannien gibt es Rückrufe. Bei 36 Säuglingen im Vereinigten Königreich besteht laut einem Bericht der BBC der Verdacht auf eine Lebensmittelvergiftung durch die kontaminierte Babynahrung.

Die britische Gesundheitsbehörde (UKHSA) erklärte Ende Januar, klinische Meldungen über Kleinkinder erhalten zu haben, die Symptome wie Erbrechen und Durchfall aufweisen, die mit einer Cereulid-Vergiftung vereinbar sind. Keiner der Säuglinge – alle im Alter von etwa einem Jahr oder jünger – soll laut BBC schwer erkrankt sein. Die UKHSA bestätigte, dass die Kinder die betroffenen Marken von Säuglingsnahrung konsumiert hatten.

Französische Ermittler untersuchen laut der Nachrichtenagentur Reuters den Tod von zwei Säuglingen, die Babynahrungsprodukte konsumiert hatten, die im Januar vorsorglich zurückgerufen worden waren, teilte das französische Gesundheitsministerium mit.

Die Behörden in Hongkong haben zum zweiten Mal in fünf Proben von Nestlé-Babymilchnahrung Spuren des Giftstoffs gefunden. Im Januar wurden ebenfalls in einigen Babynahrungsprodukten Rückstände von Cereulid entdeckt.

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