An allen Wochenenden

Deutsches Freibad sperrt Kinder ab sofort aus


Aktualisiert am 15.07.2026 – 12:27 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Kind springt vom Turm eines Freibads (Symbolbild): In einem Freiburger Bad haben Besucher unter 16 Jahren an den Wochenenden keinen Zutritt mehr. (Quelle: IMAGO/Daniel Scharinger/imago)

In einem Damenbad in Freiburg dürfen an den Wochenenden keine Kinder mehr schwimmen. Besucher hatten sich beschwert – und auch der Bürgermeister schaltet sich ein.

Das einzige Damenbad in Deutschland, das Freiburger Lorettobad, schließt Kinder ab sofort an den Wochenenden aus. „Um einen sicheren und geordneten Badebetrieb zu gewährleisten und den besonderen Charakter des Damenbads zu erhalten, ist der Zutritt in diesem Zeitraum Frauen ab 16 Jahren vorbehalten“, teilte das Freibad auf seiner Webseite mit. Das Bad verwies auf das direkt angrenzende Familienbad. Dort gebe es keinerlei Einschränkungen.

Das Damenbad in Freiburg gilt bundesweit als das einzige seiner Art. Dementsprechend viele Besucherinnen frequentieren es regelmäßig. Die „Badische Zeitung“ berichtete, in den vergangenen Wochen sei das Bad mehrfach an seine Kapazitätsgrenze – 450 Personen – gestoßen.

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Brandbrief: „Ganze Gruppen ungeduscht mit langen Gewändern“

Zuletzt hatte ein Gründungsmitglied des Vereins Freunde des Lorettobads einen offenen Brief an den Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn geschrieben und sich über die angeblich angespannte Lage beschwert. Demnach sieht dieses Vereinsmitglied eine Gruppe besonders im Fokus: Frauen aus dem Elsass. „Ganze Gruppen elsässischer Besucherinnen“ würden in Kleinbussen anreisen. Einige würden „ungeduscht und in normaler Bekleidung mit langen Gewändern und zum Teil sogar in Unterwäsche“ ins Becken gehen, zitierte die „Badische Zeitung“ den Absender des Briefs.

Auch zwei Besucherinnen, die regelmäßig in das Lorettobad kommen, bestätigten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) die Zustände: Zuletzt sei dort an Wochenenden nicht an Entspannung zu denken gewesen. Ihrem Empfinden nach seien es häufig Besucherinnen aus Frankreich, die sich nicht an Regeln hielten.

Der Geschäftsführer der zuständigen Regio-Bäder GmbH, Matthias Müller, sagte der „Badischen Zeitung“: „Ja, es gab zuletzt vermehrt Herausforderungen mit großen Gruppen, die auch aus dem Elsass anreisen.“ Die Enge des Damenbads sei, wenn es übervoll ist, „eine besondere Herausforderung“. Bisher sei es immer gelungen, diese über deeskalierende Ansprachen zu lösen.

Freibad ohne Kinder: „Wir atmen auf“ – aber auch Kritik

Bei den Besucherinnen des Freibads löste die Entscheidung, Kinder am Wochenende auszuschließen, gemischte Reaktionen aus. „Ich wollte mich mit meiner Schwiegertochter und meinem Enkel im Damenbad treffen“, erzählte eine Frau der „Badischen Zeitung“, doch am Einlass habe sie von dem Verbot erfahren. „Schade. Aber ist okay. Dann gehen wir eben in den anderen Bereich“, so ihre Reaktion. Eine Seniorin beschrieb die Stimmung im Bad hingegen als „wunderbar“ und ergänzte: „Wir atmen auf.“

Inzwischen hat sich auch Freiburgs Bürgermeister, Martin Horn, in die Diskussion eingeschaltet. Der dpa sagte der parteilose Politiker: „Kinder und Jugendliche aus dem Bad auszuschließen, ist natürlich schwierig.“ Es gehe im Kern darum, den großen Zulauf in dem kleinen Damenbad zu begrenzen und nicht, Personengruppen auszugrenzen. „Wenn aus dem Damenbad ein Erlebnisbad wird, dann verliert das Bad seinen Charakter“, so Horn.

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