Cyber-Attacke auf Verwaltung
Wegner bestätigt Erpressungsversuch nach Hackerangriff
Aktualisiert am 29.08.2026 – 12:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach dem Datendiebstahl bei zwei Senatsverwaltungen ist eine Forderung eingegangen. Wie viele Daten abgeflossen sind, ist noch nicht abschließend geklärt.
Das Land Berlin ist nach einem Hackerangriff auf zwei Senatsverwaltungen erpresst worden. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bestätigte die Forderung nach einer Sondersitzung des Senats und schloss aus, darauf einzugehen: „Das Land Berlin wird sich nicht erpressen lassen.“
Zu den Forderungen der Erpresser macht die Landesregierung keine Angaben. Das gilt auch für die Frage, an welche Daten die Täter gelangt sind und wer genau hinter der Cyberattacke steht. „Aus ermittlungstaktischen Gründen äußern wir uns dazu zum jetzigen Zeitpunkt nicht“, sagte eine Senatssprecherin am Samstagvormittag auf dpa-Anfrage. Die Ermittlungen zu dem Cyberangriff dauerten weiter an.
Bericht: Hacker sollen 30 Bitcoin gefordert haben
Laut einem Bericht des „Spiegel“ soll hinter dem Angriff die Ransomware-Gruppe Rhysida stecken. Die Gruppe fordert demnach 30 Bitcoin – umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Andernfalls wollen die Täter die erbeuteten Daten veröffentlichen. Sicherheitskreise hätten die Zuordnung zu Rhysida bestätigt, so das Magazin. Behördlich bestätigt ist weder die Forderungshöhe noch die Täteridentität.
Auf ihrer Darknet-Seite behauptet die Gruppe laut „Spiegel“, rund sechs Terabyte Daten erbeutet zu haben – darunter Passwörter, Login-Daten, Notfallpläne und Informationen zu kritischer Infrastruktur. Diese Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar.
Hackerangriff legte Berliner Behörden lahm
Der Angriff war am 14. August entdeckt worden. Daraufhin wurden die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz für rund eine Woche vom Landesnetz getrennt. Unter anderem war es in dieser Zeit nicht möglich, Wohngeld zu beantragen oder auszuzahlen.
Nach bisherigen Erkenntnissen sind bereits vom 7. bis 12. August Daten abgeflossen – mindestens eine Woche vor der Entdeckung. Wann der Angriff tatsächlich begann, ist noch offen.
Der Schadensumfang war zunächst kleiner eingeschätzt worden. Am Montag hatte der Staatssekretär für Digitalisierung noch erklärt, nach seinem Kenntnisstand seien keine sensiblen oder personenbezogenen Daten abgeflossen. Die Senatskanzlei teilte am Mittwoch mit, dass möglicherweise doch personenbezogene oder andere nicht-öffentliche Daten betroffen seien.
Spranger: „Wahl ist abgesichert“
Das Berliner Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft ermitteln. Wegner zufolge arbeiten die Sicherheitsbehörden von Land und Bund daran, die Tätergruppe zu fassen. Gleichzeitig werde weiter geprüft, welche Daten abgeflossen sind.
Innensenatorin Iris Spranger (SPD) erklärte, die Abgeordnetenhauswahl am 20. September sei durch den Vorfall nicht gefährdet. „Die Wahl ist zu 100 Prozent abgesichert“, sagte sie.
