
Laut Daten des Kraftfahrtbundesamts machten 2024 rund 247.000 Jugendliche unter 18 Jahren einen Führerschein der Klasse B – das ist der Pkw-Führerschein. Insgesamt machte rund 986.000 Menschen den Pkw-Führerschein.
Der SPD-Verkehrspolitiker Truels Reichardt sagte: „Ich freue mich über die Unterstützung für unsere langjährige Forderung, das begleitete Fahren schon ab 16 Jahren zu ermöglichen. Gerade im ländlichen Raum bedeutet der Führerschein für junge Menschen Mobilität, Teilhabe und ein großes Stück Freiheit.“ Das begleitete Fahren ab 17 habe sich bewährt. Umso sinnvoller sei es, die europäischen Partner vom nächsten Schritt zu überzeugen: mehr begleitete Fahrpraxis schon ab 16. „Frühes, begleitetes Fahren kann das Unfallrisiko weiter senken.“
Der ADAC halte das begleitete Fahren bereits ab 16 Jahren für sinnvoll, sagte eine Sprecherin. Mit dieser Maßnahme könne der Lernzeitraum verlängert und das Unfallrisiko der Fahranfängerinnen und Fahranfänger dank der größeren Fahrpraxis weiter reduziert werden. Schon das begleitete Fahren mit 17 habe sich bewährt. „Die Teilnehmer weisen ein deutlich geringeres Unfallrisiko auf als diejenigen, die den Führerschein auf klassische Weise erworben haben. Durch die lange Ausbildungszeit reduziert sich hier allerdings Zeit, in der Fahranfänger begleitet fahren, und damit die Wirkung.“
Ähnlich sieht das auch Manfred Wirsch, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates. „Das begleitete Fahren ab 17 ist bis heute die erfolgreichste Maßnahme, um junge Fahranfänger zu schützen“, sagte er. „Wer daran teilnimmt, ist deutlich seltener in Unfälle verwickelt oder im Straßenverkehr auffällig. Und eines ist klar: Je länger die Jugendlichen begleitet fahren, desto sicherer sind sie unterwegs.“ Trotz der positiven Erfahrungen nutzten leider viel zu wenige Jugendliche die maximal mögliche Begleitzeit von 12 Monaten. „Das bedeutet: Wertvolle Sicherheit wird verschenkt, denn jede nicht genutzte Begleitstunde kann Leben kosten.“
Der Verkehrssicherheitsrat fordere ein begleitetes Fahren ab 16, zunächst in einem regional begrenzten Modellversuch. Nach einer positiven Evaluation sollte begleitetes Fahren mit 16 dauerhaft im Fahrerlaubnisrecht verankert werden. Sollten die rechtlichen Voraussetzungen für begleitetes Fahren ab 16 nicht geschaffen werden können, schlage der Verkehrssicherheitsrat ein erweitertes begleitetes Fahren ab 17 vor. Jugendliche sollten ihre Fahrerlaubnis früher beginnen können, um die volle 12-monatige Begleitphase wirklich auszunutzen. Konkret: die theoretische Prüfung könnte dann schon sechs Monate vor dem 17. Geburtstag abgelegt werden können –bisher sei dies nur drei Monate vorher möglich. Dazu solle die Bundesregierung die Fahrerlaubnis-Verordnung entsprechend anpassen.
Michael Müller-Görnert vom Verkehrsclub Deutschland sagte, die Idee der CSU sei prinzipiell gut. „Viele Fahranfänger machen den Führerschein nicht direkt mit 17, so dass sie nur wenig Zeit für begleitetes Fahren haben.“ Er sagte weiter: „Mit der selben Verve, mit der sich die CSU für den Führerschein mit 16 einsetzt, um den ländlichen Raum zu stärken, müsste sie auch für einen Ausbau des ÖPNV-Angebots eintreten.“