CSU fordert Ende der telefonischen Krankschreibung in Deutschland

„Belastet unsere Wirtschaft“

CSU will Ende für telefonische Krankschreibung

03.01.2026 – 06:56 UhrLesedauer: 2 Min.

Alexander Hoffmann und Markus Söder (r.): Die CSU will eine Corona-Sonderregelung wieder abschaffen. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON/imago)

In Corona-Zeiten wurde die telefonische Krankschreibung eingeführt. Nun fordert die CSU ein Ende für die Regelung – und begründet es mit Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit.

Die CSU will die telefonische Krankschreibung in Deutschland wieder abschaffen. „Diesen Zustand, der unsere Wirtschaft zunehmend belastet, wollen wir beenden“, heißt es zur Begründung in einem Entwurf für die am 6. Januar beginnende Klausurtagung der CSU-Landesgruppe, aus dem die „Augsburger Allgemeine“ zitiert.

Demnach seien die Fehltage seit der Einführung der Regelung um 40 Prozent gestiegen. „Deutschland muss Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen und darf nicht weiter zurückfallen“, sagte der CSU-Landesgruppenvorsitzende Alexander Hoffmann der Zeitung laut Vorabbericht. Wer krank ist, soll sich künftig wieder in der Arztpraxis vorstellen müssen, um einen Krankenschein zu bekommen.

Erst jüngst hatten die Arbeitgeber auf eine stärkere Begrenzung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie auf ein Ende der telefonischen Krankschreibung gedrängt. Die Lohnfortzahlung sollte auf sechs Wochen pro Jahr statt jährlich pro Krankheit begrenzt werden, forderte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Rainer Dulger, in der „Welt“. Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Mehrarbeit sollten nicht mehr fortgezahlt werden. „Internationale Erfahrungen zeigen: Je großzügiger die Lohnfortzahlung, desto höher die Fehlzeiten, vor allem bei leichten Erkrankungen“, erklärt Dulger.

Er erneuerte auch eine andere bekannte Forderung der Arbeitgeber: „Die telefonische Krankschreibung gehört abgeschafft“, sagte der Verbandspräsident. „Sie war ein Notinstrument in der Pandemie, ist heute aber ein Einfallstor für Missbrauch.“ Videosprechstunden seien eine Alternative. Die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung war in der Corona-Pandemie eingeführt und Ende 2023 zur dauerhaften Regelung geworden.

Der Krankenstand in Deutschland ist im internationalen Vergleich hoch. Eine Untersuchung der Industrieländerorganisation OECD für das Jahr 2022 ergab, dass Beschäftigte hierzulande im Schnitt an 25 Tagen krankheitsbedingt fehlten – der höchste Wert unter den verglichenen Staaten.

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