CSU fordert Absetzung umstrittener Palästina-Veranstaltung

Nahost-Debatte an der LMU

CSU fordert Absetzung von Palästina-Veranstaltung

16.11.2025 – 17:25 UhrLesedauer: 1 Min.

Eine geplante Veranstaltung an der Ludwig-Maximilian-Universität mit möglicherweise pro-palästinensischen Inhalten ruft die bayerische Landespolitik auf den Plan (Archivbild). (Quelle: Sven Hoppe/dpa)

Die Ludwig-Maximilian-Universität prüft eine für den 28. November geplante Veranstaltung zu palästinensischen Wissenschaftlern. Jüdische Hochschullehrer und CSU-Politiker kritisieren die einseitige Ausrichtung.

CSU-Politiker haben die vorübergehende Absetzung einer palästinensisch dominierten Lehrveranstaltung zum Nahost-Konflikt an der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) gefordert. Die Veranstaltung müsse umfassend geprüft und bis zum Abschluss der Prüfung ausgesetzt werden, heißt es in einer CSU-Mitteilung. Die Universität teilte mit, die Prüfung laufe bereits und umfasse rechtliche, wissenschaftliche und politische Aspekte.

Das LMU-Institut für den Nahen und Mittleren Osten plant für den 28. November eine mehrstündige Veranstaltung mit dem Titel „The Targeting of the Palestinian Academia“. Dabei sollen Wissenschaftler der palästinensischen Universitäten Birzeit (nahe Ramallah) und Al Quds (Jerusalem) sprechen.

CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek kritisiert die Ausrichtung scharf: „Nicht nur die Themen einiger Vorträge, auch Äußerungen der eingeladenen Gäste lassen an der einseitigen Stoßrichtung der Veranstaltung keine Zweifel. Wenn Referenten von einem israelischen „Gefängnisregime“ fabulieren, „unnachgiebige Gewalt“ beklagen und dem Staat Israel eine „genozidale Kriegsmaschinerie“ vorwerfen, ist eine sachliche wissenschaftliche Auseinandersetzung nicht ansatzweise in Sicht“, sagt er.

Der Antisemitismus-Beauftragte der Staatsregierung, Ludwig Spaenle, und Holetscheks Stellvertreter Winfried Bausback unterstützen diese Position. Sie beziehen sich auf Argumente des Netzwerks jüdischer Hochschullehrender, das sich in einem offenen Brief an die Universität gewandt hatte. Die Hochschullehrer bemängeln die fehlende wissenschaftliche Balance der geplanten Veranstaltung und fordern besseren Schutz für jüdische Studenten.

Die Münchner Universität geriet bereits früher in die Schlagzeilen, als auf ihrem Gelände über mehrere Wochen ein pro-palästinensisches Protestcamp stattfand. Studenten protestierten damit gegen das Vorgehen der israelischen Regierung im Gaza-Streifen.

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