Nach Vorwürfen aus Italien
Commerzbank stichelt gegen Unicredit
21.04.2026 – 12:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Die italienische Unicredit greift nach der deutschen Commerzbank. Nun wird die Übernahmeschlacht zunehmend persönlich.
Zugleich hatte Orcel den Vorstand der Commerzbank hart kritisiert. In einer Telefonschalte mit Analysten wollte vom Commerzbank-Vorstand verbreitete „Mythen“ zu entkräften.
Der italienische Manager teilte in der Telefonrunde kräftig aus: So hielt Orcel der Commerzbank „Underperformance“ vor. Das deutsche Kreditinstitut habe ein viel zu großes internationales Nicht-Kerngeschäft. Das Firmenkundengeschäft sei „überdimensioniert, fragmentiert, risikoreicher, operativ komplex und ineffizient“, so Orcel. Der Manager weiter: „Die Commerzbank kann weitaus mehr Wert schaffen als heute, und ihr derzeitiger Kurs gefährdet mittelfristig ihr Überleben.“
Der Streit um die Übernahme belastet zunehmend die deutsch-italienischen Beziehungen. So klagte die italienische Zeitung „La Stampa“: „Wir sehen deutsche Politiker und Gewerkschafter, die angesichts der möglichen Übernahme der Commerzbank durch Unicredit verzweifeln. Die Angelegenheit ist weitaus wichtiger; sie stellt einen Prüfstein für ganz Europa dar. Nur mit größeren, effizienteren Banken, die nicht mehr durch die Grenzen innerhalb der Eurozone gebremst werde.“
Das deutsche Kreditinstitut bezeichnete Orcels Vorhaben als „spekulativ“ und betonte den „Mehrwert“ der eigenen, auf Eigenständigkeit ausgerichteten Strategie für die Aktionäre. „Was Unicredit heute präsentiert hat, ist kein wertschaffender Unternehmenszusammenschluss“, erklärte Commerzbankchefin Bettina Orlopp. „Es ist erstaunlich, dass Unicredit über 18 Monate benötigt hat, um einen unabgestimmten Plan vorzulegen, der trotz regelmäßiger Investorenmeetings in diesem Zeitraum ein grundlegendes Verständnis für die Treiber unseres Geschäftsmodells vermissen lässt.“
„Die heutige Kommunikation bestätigt erneut, dass bei der Unicredit keine Bereitschaft erkennbar ist, einen konstruktiven Vorschlag zu unterbreiten“, bekräftigte die Commerzbank. Unicredit begnüge sich mit unabgestimmten Beteiligungen, „wiederholten Angriffen auf das Geschäftsmodell und das Management der Commerzbank sowie der Ankündigung eines unabgestimmten öffentlichen Übernahmeangebots“.
