Nach Pressemitteilung von Ulmens Anwälten

Fernandes: „Wie wäre es mal mit einer Entschuldigung?“

Aktualisiert am 06.07.2026 – 04:47 UhrLesedauer: 3 Min.

Collien Fernandes (Archivbild): (Quelle: IMAGO/Christopher Adolph/imago)

Die Schauspielerin Collien Fernandes hat Christian Ulmens Anwälte nach einem Urteil kritisiert – und eine Entschuldigung von ihrem Ex-Mann gefordert.

Die Schauspielerin Collien Fernandes hat nach einem presserechtlichen Urteil am Hanseatischen Oberlandesgericht ihren Ex-Mann Christian Ulmen und dessen Anwälte wegen einer Pressemitteilung scharf kritisiert. Sie berichtete von zunehmenden Drohungen gegen sie. „Die Hassnachrichten werden wieder mehr, die Morddrohungen auch“, sagte Fernandes bei einem öffentlichen Bühnengespräch mit dem „Tagesspiegel“. Sie warf der Gegenseite vor, die öffentliche Debatte angeheizt zu haben, obwohl das Gericht die Kernvorwürfe als „unstrittig“ bewertet habe.

Das Hanseatische Oberlandesgericht hat in seinem Beschluss vom 22. Juni 2026 festgestellt, dass die Kernvorwürfe gegen Christian Ulmen – Erstellung von Fake-Profilen und Verbreitung pornografischen Materials ähnlich aussehender Frauen unter dem Namen seiner Ex-Ehefrau – unstreitig sind und über sie berichtet werden darf. Über den Verdacht körperlicher Übergriffe, gestützt auf die Akte des spanischen Verfahrens, darf ebenfalls berichtet werden. Es darf nicht der Verdacht erweckt werden, dass Christian Ulmen selbst Deepfake-Videos von Frau Fernandes hergestellt oder verbreitet hat. Christian Ulmen bestreitet alle darüber hinausgehenden Vorwürfe. Es gilt die Unschuldsvermutung.

In der Pressemitteilung, die Ulmens Anwälte nach dem Urteil des Oberlandesgericht Hamburg aussandten, bezeichneten sie die Debatte als „unverhältnismäßige, an Hysterie grenzende Folgeberichterstattung in sämtlichen Medien“.

Fernandes fordert eine Entschuldigung

Fernandes sagte nun gegenüber dem „Tagesspiegel“: „Das ist doch unglaublich. Das zeigt, dass der Täter immer noch nicht verstanden hat, was er da eigentlich getan hat.“ Die öffentliche Empörung, „oder wie er sagt Hysterie“, sei „eine Antwort auf seine unstrittig begangenen Taten“. Fernandes forderte eine Entschuldigung. „Wie kann er jetzt auch noch das Leben derjenigen riskieren, der er all das angetan hat. Wie wäre es stattdessen mal mit einer Entschuldigung?“, sagte sie.

Ulmen-Anwalt Simon Bergmann erklärte dazu, dass, selbst wenn sich Fernandes’ Sicherheitslage verschärft habe „die Kausalität zwischen den Aussagen in unserer Pressemitteilung und den angeblichen Bedrohungen bestritten“ werde.

„Sollte Frau Fernandes tatsächlich bedroht werden, hat dies nichts mit den Inhalten unserer Pressemitteilung zu tun.“ Die Kanzlei teilte außerdem mit, dass auch sie selbst Morddrohungen erhalten haben, in zwei Fällen laufen Ermittlungsverfahren. „Frau Fernandes kann insofern nicht für sich in Anspruch nehmen, die Bedrohungslage exklusiv für sich zu haben“, so Bergmann gegenüber dem „Tagesspiegel“.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat nach einer Anzeige von Fernandes gegen Ulmen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wegen des Anfangsverdachts der Körperverletzung im Rahmen häuslicher Gewalt. Die Vorwürfe der „digitalen Gewalt“ seien weiterhin Gegenstand der Prüfung.

Fernandes: Bisheriges Leben „fühlt sich wie eine große Lüge an.“

Auf die Frage, wann für sie Gerechtigkeit erreicht sei, sagte Fernandes, Urteile hätten auch eine „psychologische Komponente“. „Wenn nichts passiert — wegen des schwachen Gesetzes, dann fühlt man sich als Täter auch so, als habe man ja eigentlich gar nichts Schlimmes gemacht“.

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