
Elite-Polizist unter Mordverdacht
Johanna kam „auf tragische Art und Weise“ ums Leben
14.01.2026 – 12:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Jetzt ist es amtlich: Die seit Tagen vermisste Johanna G. ist tot. Ein Elite-Polizist spricht von einem angeblichen „Sex-Unfall“. Die Ermittler enthüllen neue Details.
Im Fall der seit Freitag vermissten 34-jährigen Johanna G. aus Österreich haben die Ermittler am Mittwoch auf einer Pressekonferenz neue Details bekannt gegeben: Bei der am Dienstag aufgefundenen Frauenleiche handelt es sich ohne Zweifel um die Vermisste. Gegen einen 30-jährigen Elite-Polizisten wurde Untersuchungshaft wegen Mordverdachts beantragt.
Landespolizeidirektor Gerald Ortner sagte: „Die Tat macht uns alle fassungslos.“ G.s Leiche wurde seinen Angaben zufolge in einem Waldstück entdeckt. Sie wurde in einem Loch vergraben, nicht weit vom Wohnort des Beschuldigten entfernt. Der Beschuldigte habe die Ermittler selbst zu der Toten geführt, so Ortner.
Die Tat hatte Österreich aufgewühlt: Seit Freitag fehlte von Johanna G. jede Spur, am Samstag gab ihre Mutter eine Vermisstenanzeige auf. Der Beschuldigte, der seit 2016 Polizist und seit 2021 in der Anti-Terror-Einheit Cobra aktiv war, geriet früh ins Visier der Ermittler. Er hatte G. am Freitag nach Auffassung der Ermittler noch getroffen. Was dann passierte, darüber gibt es unterschiedliche Angaben.
Der Verdächtige soll Medien zufolge in einer Vernehmung von einem „Sex-Unfall“ gesprochen haben. Bei „Würge-Spielchen“ sei G. gestorben. Er habe die Leiche dann in Panik verscharrt. Doch die Ermittler scheinen das für unglaubwürdig zu halten. Es wurde Haftbefehl beantragt – nicht wegen Totschlags oder fahrlässiger Tötung, sondern wegen Mordes. „Ich gehe davon aus, dass die Untersuchungshaft vom Gericht bestätigt wird“, sagte Christian Kroschl von der Staatsanwaltschaft Graz am Mittwoch.
Doch über Details hüllen sich die Ermittler in Schweigen: Zur Todesursache wurde bislang nichts bekannt. Ortner sagte lediglich, Johanna G. sei „auf tragische Art und Weise“ ums Leben gekommen. Eine Obduktion soll neue Erkenntnisse bringen „und auch die Angaben des Beschuldigten auf Richtigkeit prüfen“, hieß es.
Medien hatten zuvor über ein mögliches Motiv spekuliert: Demnach soll G. schwanger von dem Elite-Polizisten gewesen sein, der sich wiederum selbst in einer Partnerschaft befunden habe. Die Polizei wollte diese Angaben nicht bestätigen und verwies auf die weiteren Ermittlungen. Klar ist: G. hatte den 30-Jährigen vor Monaten über eine Dating-App kennengelernt und sich mehrfach mit ihm getroffen.
Dem Verdächtigen waren die Ermittler kurz nach dem Verschwinden durch Handychats auf die Spur gekommen. Zunächst bestritt er, G. überhaupt gesehen zu haben. Dann räumte er ein Treffen am Freitag ein. Am Dienstag legte er schließlich ein „Teilgeständnis“ ab, wie die Polizei berichtete. Wenig später wurde die Leiche der 34-Jährigen geborgen.