Die Amerikaner hätten der Welt zwar gerade gezeigt, wozu sie prinzipiell militärisch in der Lage wären, seien aber angesichts der Löcher, die der Iran-Krieg in den Waffendepots reiße, für eventuelle weitere Konflikte schlecht aufgestellt, befand Claudia Major. Die Sicherheitsexpertin der transatlantischen Denkfabrik German Marshall Fund of the United States sprach in diesem Zusammenhang von der „Impotenz der Macht“.

Das Interesse des Iran sei hingegen von Anfang an gewesen, den militärischen Konflikt in einen politischen Konflikt zu übersetzen, erklärte sie. Tatsächlich sei es dem stark angeschlagenen, aber immer noch einsatzfähigen Regime gelungen, eine Art Ausdauerwettkampf zu erzeugen und darauf zu setzen, dass man den längeren Atem habe.

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„Die Schwächung der Amerikaner, die wir da gerade sehen, wirkt sich direkt indirekt auch auf uns aus“, urteilte Major. In Europa müsse man gut überlegen, wie sich Munition und komplizierte Waffensysteme schneller und günstiger produzieren ließen und wie man es vermeiden könne, mit unendlich teuren Patriot-Raketen unendlich billige Drohnen abzuschießen. Solange man auf diese Fragen keine Antworten finde, „dann sind wir nicht wirklich verteidigungsfähig“, so Major. „Armeen gewinnen Schlachten, die Industrie gewinnt Kriege“, lautete ihr Fazit.

Einen deutlich anderen Schwerpunkt setzte der SPD-Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil bei seinem Auftritt. Er plädierte angesichts der Rohstoffkrise durch die aktuellen Kriege nicht nur für eine größere militärische, sondern vor allem für eine energiepolitische Unabhängigkeit und den Ausbau der erneuerbaren Energien. Dass das allein kurzfristig nicht reichen könnte, gab Heil ebenfalls zu verstehen. „Wir werden auch über das Energiesparen reden müssen in Deutschland“, forderte er vor dem Hintergrund der sich weltweit verschlechternden Versorgungslage.

Der Nahost-Experte Daniel Gerlach richtete seinen Blick auf den Iran und legte dar, dass die Regierung, die Wirtschaft und das Militär des Landes aller anderslautenden Propaganda zum Trotz schwer getroffen seien. „Das ist eine existenzielle Krise, in der sich das Regime befindet“, lautete seine Einschätzung. Dieser wörtlich zu nehmende Überlebenskampf habe auch Auswirkungen auf das Verhalten der iranischen Verhandler. „Die Iraner gehen davon aus: Morgen kann alles anders sein und wir werden alle umgebracht“, sagte Gerlach. Andererseits käme der Iran mit einem mehrjährigen halbmilitärischen Konflikt wahrscheinlich zurecht.

Wie es unter solchen Voraussetzungen zu einem tragfähigen Abkommen kommen soll, konnte erwartungsgemäß keiner der Gäste beantworten. Solange Trump keine Möglichkeit finde, die Kriegsziele trotz ungünstiger Lage für erreicht zu erklären oder einen Sündenbock zu finden, so wurde in der Runde wiederholt spekuliert, komme er nicht so einfach aus der Sache raus.

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