
Wahrzeichen der Stadt
Kult-Gebäude in New York zu verkaufen – kaum Interessenten
15.01.2026 – 08:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Das 318 Meter hohe Chrysler Building in New York lockt jährlich zahlreiche Touristen an. Doch kaufen will es niemand. Das sind die Gründe.
Das berühmte Chrysler Building in New York findet trotz seines ikonischen Status keine Käufer. Nach der Enteignung der vorherigen Eigentümer – darunter die insolvente Signa-Gruppe des österreichischen Unternehmers René Benko – schrecken marode Technik, hohe Renovierungskosten und eine jährliche Pacht von 32,5 Millionen Dollar potenzielle Investoren ab, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.
Der 318 Meter hohe Wolkenkratzer im Stadtteil Manhattan war in nur zwei Jahren Bauzeit kurz vor der Weltwirtschaftskrise von 1929 errichtet worden. Die ersten Mieter zogen im April 1930 ein. Bis zur Fertigstellung des Empire State Building im folgenden Jahr war das Chrysler Building das höchste Gebäude der Welt.
Weltbekannt ist die charakteristische Dachkrone aus mehreren Bögen aus rostfreiem Stahl mit nadelförmiger Spitze. Die Architektur erinnert an die damaligen Kühlerhauben der Chrysler-Autos und spiegelt die Begeisterung für technischen Fortschritt in jener Zeit wider.
Auf den 77 Etagen mit insgesamt 117.000 Quadratmetern haben renommierte Anwaltskanzleien, eine große Künstleragentur und Coworking-Anbieter ihre Büros. Doch die Adresse 405 Lexington Avenue hat an Attraktivität verloren. Mieter beschweren sich über altmodische Räume mit zu kleinen Fenstern, abblätternde Farbe, defekte Aufzüge und sogar über unsauberes Wasser aus den Wasserspendern.
Das Gebäude sei zwar „wunderschön“, habe aber „viele technische Probleme“, erklärte Ruth Colp-Haber von der Immobilienmaklerfirma Wharton Property. „Nötig wären viele Renovierungsarbeiten und viel Geld.“
Im September 2024 hatte ein New Yorker Gericht die bisherigen Eigentümer wegen Zahlungsrückständen von mehr als 20 Millionen Dollar enteignet. Das Konsortium aus dem US-Immobilienunternehmen RFR und der Signa-Gruppe hatte das Chrysler Building 2019 für 151 Millionen Dollar gekauft und Renovierungsarbeiten im Wert von 250 Millionen Dollar versprochen – ein Versprechen, das nicht eingehalten wurde.
Das Marktumfeld für den Verkauf ist schwierig. Seit der Corona-Pandemie setzen viele Unternehmen verstärkt auf Heimarbeit und verkleinern ihre Büroflächen, um im teuren New York Kosten zu sparen.
Eine zusätzliche Hürde: Das Grundstück gehört seit 1902 dem Cooper Union College, das vom Eigentümer des Wolkenkratzers eine jährliche Pacht erhält. Diese stieg von 20,1 Millionen Dollar im Jahr 2018 auf aktuell 32,5 Millionen Dollar.
Auch der Denkmalschutz erschwert die Situation. Da das Chrysler Building seit 1978 zum Kulturerbe der Stadt New York gehört, müssen alle baulichen Veränderungen von der Denkmalschutzbehörde genehmigt werden.