
Vergleiche im Internet
Ist Kanzler Merz wie Bernd Stromberg?
01.12.2025 – 02:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Christoph Maria Herbst kennt die Merz-Stromberg-Videos – und findet sie lustig. Warum der Kölner die Vergleiche nachvollziehen kann und was der Regierungssprecher dazu sagt.
„So einen Satz hätte man für Stromberg nicht besser schreiben können.“ Das sagt Christoph Maria Herbst über Bundeskanzler Friedrich Merz – und meint damit eine Szene aus einer Dokumentation. Darin steht Merz in einem Aufzug und sagt zu der einsteigenden Grünen-Politikerin Steffi Lemke: „Es macht den Aufzug etwas schwerer.“
Der Kölner Schauspieler kennt die zahlreichen Videos und Clips, die seit geraumer Zeit durch Social Media und Comedy-Formate geistern und seinen Seriencharakter Bernd Stromberg mit dem Bundeskanzler vergleichen. Am Donnerstag (4. Dezember) startet die von Fans lang erwartete Kinofortsetzung „Stromberg – Wieder alles wie immer“ in den deutschen Kinos.
Herbst wurden nach eigenen Angaben etliche entsprechende Videos zugeschickt. Oft habe er sehr lachen müssen, sagte der 59-Jährige der Nachrichtenagentur dpa. „Manchmal wurde meine Stimme auf seinen Mund gelegt und die Lippen haben sich perfekt passend dazu bewegt“, so Herbst. „Da muss man auch sagen: KI ist nicht nur scheiße, das war schon lustig.“
Zugleich könne er die Vergleiche ein wenig nachvollziehen. „Klar, der Bart fehlt bei Merz. Aber zum Beispiel haben beide eine eher provinzielle Herkunft. Stromberg könnte 1:1 auch aus dem Sauerland sein. Das würde total zur Figur passen“, sagt Herbst. „Und vom Verhalten her, tja.“
Gleichzeitig relativiert der Schauspieler: „Damit wird man Merz natürlich nicht gerecht, so als Mensch. Aber ich verstehe, warum die Menschen diese Assoziation haben. Als Merkel oder Scholz im Kanzleramt waren, gab es diese Vergleiche jedenfalls nicht.“
Regierungssprecher Stefan Kornelius lässt eine gewisse Offenheit für die Debatte erkennen. „Dem Frisuren-Vergleich wird sich der Bundeskanzler vermutlich nicht entziehen können“, teilte er der Nachrichtenagentur dpa mit. Zugleich betonte er: „Ansonsten aber unterscheiden sich Büroalltag und Umgangston im Kanzleramt deutlich von der Serie.“
Bernd Stromberg ist die Hauptfigur aus der gleichnamigen Bürosatire, die zwischen 2004 und 2012 bei ProSieben lief. 2014 gab es bereits einen ersten Kinofilm. Herbst spielt darin einen Bürochef mit Halbglatze, der mit seiner Art und seinen Äußerungen reihenweise unangenehme Situationen provoziert.
Für die Fortsetzung verspricht Hauptdarsteller Herbst ein Werk, das sich vom Vorgänger erkennbar unterscheide. „Wir schlagen in diesem Film in den Amplituden noch einmal weiter aus. Was die Komödie anbelangt – aber auch das Tragische“, sagte der Kölner.
Über die Entwicklung seiner Kultfigur sagt Herbst: „Stromberg war schon damals aus der Zeit gefallen. Er war damals schon eine Figur aus den 80ern. Man kann sich vorstellen, was passiert, wenn man so jemanden im Jahr 2025 erzählt.“