Wer übernimmt die FDP?
Kubicki enthüllt: Kandidiere nur wegen ihm
Aktualisiert am 06.04.2026 – 19:02 UhrLesedauer: 4 Min.
Die Liberalen siechen seit dem Bruch der Ampelkoalition dahin. Jetzt will einer das Ruder übernehmen, der bisher gerne markige Kommentare von der Seitenlinie gab. Hat die Partei Überlebenschancen?
Er ist einer der bekanntesten Köpfe der FDP und blieb doch bisher lieber in der zweiten Reihe. Mit 74 Jahren strebt Wolfgang Kubicki nun an die Spitze seiner existenzbedrohten Partei. Beim Parteitag im Mai will er gegen den nordrhein-westfälischen Landeschef Henning Höne antreten. Hat die FDP noch eine Chance – nach einer Serie von Wahlniederlagen, ohne Vertretung im Bundestag und bei Umfragewerten von drei Prozent? „Natürlich hat sie das“, sagte Kubicki der Deutschen Presse-Agentur.
Sein Konzept: „Die FDP muss ihre Kernbotschaften wieder klar und deutlich unter die Wählerinnen und Wähler bringen: Wirtschaftliche Vernunft, Schutz der Bürgerrechte, Absage an den ideologischen Firlefanz unserer Mitbewerber.“ So will er auch jene zurückgewinnen, die zur AfD abgewandert sind. „Ich will, dass die verloren gegangenen Wähler sich wieder uns annähern und nicht andersherum. Dabei unterscheide ich – wie auch unsere Verfassung – nicht zwischen Wählern erster und zweiter Klasse.“ Er gibt sich zunächst ein Jahr, wie er der „Bild“ sagte.
Kubicki hatte am Ostersonntag seine Kandidatur für den Vorsitz der Liberalen bekannt gemacht. Im „Tagesspiegel“ begründete er das so: „Ich bin 56 Jahre Mitglied der FDP und ich könnte es nicht ertragen, mitansehen zu müssen, wie die Partei zugrunde geht.“ Auf X schrieb Kubicki, er wolle den Delegierten seiner Partei im Mai ein Angebot machen, „bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen“.
Daraufhin zog der amtierende Parteichef Christian Dürr seine Bewerbung um eine Wiederwahl zurück. Für neue Erfolge der FDP brauche es eine geschlossene Formation, sagte Dürr „Bild“. „Ich leiste meinen Beitrag dazu, unterstütze Wolfgang Kubicki und werde nicht antreten.“ Dürr galt ohnehin als angezählt, nachdem die FDP in ihrem Stammland Baden-Württemberg und dann auch in Rheinland-Pfalz an der Fünfprozenthürde gescheitert war.
Kubicki willbei seiner Personalplanung auf Frauen setzen. Wie Kubicki der „Bild“ sagte, soll nach seiner Vorstellung etwa die frühere Bundestagsabgeordnete Linda Teuteberg eine Rolle spielen.
