Polizeieinsatz in Großstadt

Maddie-Verdächtiger Christian B. in Schlägerei verwickelt


Aktualisiert am 08.05.2026 – 09:51 UhrLesedauer: 2 Min.

Christian B. (Archivbild): Die Ermittler sind sich sicher, dass er etwas mit dem Verschwinden von Maddie McCann zu tun hat. (Quelle: IMAGO/Noah Wedel/imago)

Seit Monaten lebt der Hauptverdächtige im Vermisstenfall Maddie McCann unter besonderer Beobachtung. Jetzt gibt es neuen Ärger um den 49-Jährigen.

Christian B., Hauptverdächtiger im Fall Maddie McCann, ist in eine Schlägerei verwickelt gewesen. Das berichteten der Sender RTL und die „Bild“-Zeitung übereinstimmend. Demnach habe es bereits am 20. April einen Polizeieinsatz in Kiel gegeben, wo B. derzeit lebt.

Nach „Bild“-Informationen soll B. über den Zaun eines Privatgrundstücks geklettert sein. Dort sei er von einem Unbekannten, vermutlich dem Eigentümer des Grundstücks, attackiert worden. B. soll zurückgeschlagen und dann selbst die Polizei gerufen haben.

Eine Polizeisprecherin erklärte RTL: „Es wurde ein Strafverfahren wegen wechselseitiger Körperverletzung eingeleitet.“ Laut „Bild“ wurde B. auch ambulant im Krankenhaus behandelt.

Christian B. gilt als Tatverdächtiger im Vermisstenfall Maddie McCann, der zu den bekanntesten Kriminalfällen der vergangenen Jahrzehnte zählt. Das dreijährige Mädchen war am Abend des 3. Mai 2007 aus einer Ferienwohnung im portugiesischen Praia da Luz verschwunden. Seit 2020 verdächtigt die Staatsanwaltschaft Braunschweig Christian B. – er wurde jedoch nie wegen der Tat angeklagt oder verurteilt. Für B. gilt die Unschuldsvermutung.

Bis Mitte September vergangenen Jahres hatte B. wegen der Vergewaltigung einer 72-Jährigen im Gefängnis gesessen. Dann kam er auf freien Fuß. Im Januar wurde bekannt, dass B. eine Wohnung in Kiel bezogen hat. Er wurde nach damaligen Angaben rund um die Uhr von der Polizei überwacht, aus Angst, er könne attackiert werden.

Medienbericht: Staatsanwälte wollen Anklage gegen Christian B.

Laut einem Medienbericht des britischen „Telegraph“ arbeiten Ermittler derzeit an einer möglichen Anklage gegen den Maddie-Verdächtigen. Ein Insider von Scotland Yard sagte der Zeitung: „Nächstes Jahr jährt sich das Verschwinden von Madeleine McCann zum 20. Mal. Sollten die Beweise für eine Auslieferung des Hauptverdächtigen und seinen Prozess hier ausreichen, würden wir genau das anstreben.“

Allerdings ist eine Auslieferung per Gesetz eigentlich nicht möglich: Das deutsche Gesetz verbietet es, deutsche Staatsbürger in Nicht-EU-Länder auszuliefern.

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