Mutmaßliche Auftragstat in Spanien

Deutscher Schönheitsarzt getötet – 18-Jähriger festgenommen


09.10.2026 – 12:14 UhrLesedauer: 2 Min.

Die andalusische Küstenstadt Marbella (Archivbild): Für den Arzt kam jede Hilfe zu spät. (Quelle: Dudlajzov via imago-images.de)

Der Fall des erschossenen Schönheitschirurgen erschüttert die spanische Stadt Marbella. Die Polizei vermutet dahinter einen Auftragsmord.

Im Fall des getöteten Schönheitschirurgen in der andalusischen Küstenstadt Marbella hat es eine Festnahme gegeben. Wie spanische Medien übereinstimmend berichten, handelt es sich um einen 18-jährigen Schweden. Die Behörden vermuten, dass er als Auftragsmörder agierte. Zunächst konnte der junge Mann vom Tatort entkommen.

Am Mittwoch war der Schönheitschirurg Alexander A. in seiner Klinik erschossen worden, die er östlich des Nobelbadeortes betrieb. Ein vermummter Täter hatte mehrere Schüsse aus nächster Nähe auf den Arzt abgegeben. Der 57-Jährige erlag noch vor Ort seinen Verletzungen. Wie unter anderem die spanische Tageszeitung „El Mundo“ berichtet, soll A. in Deutschland geboren sein. Zum Zeitpunkt der Tat befanden sich Mitarbeiter, Patienten sowie die Ehefrau des Opfers in der Praxis.

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Der mutmaßliche Schütze hatte den Tatort Zeugenberichten zufolge auf einem Yamaha-Roller verlassen. Rund 24 Stunden später erfolgte der Zugriff durch Beamte der Mordkommission der spanischen Nationalpolizei. Wie „El Mundo“ unter Berufung auf Quellen aus dem Umfeld des Falles berichtet, sei der junge Mann aus Schweden an die Costa del Sol gereist, um das Verbrechen zu begehen. Demnach plante er, in Kürze in das skandinavische Land zurückzukehren.

Vor Ort seien ihm Unterkunft, Transport und die Tatwaffe zur Verfügung gestellt worden. Die Ermittler seien dem mutmaßlichen Auftragsmörder nur auf die Schliche gekommen, da er „einen kleinen Fehler“ begangen habe, zitiert der Bericht anonyme Quellen. Worin dieser Fehler bestanden haben soll, ist unbekannt. Der Mann soll nicht alleine gehandelt haben. Die Behörden schließen weitere Festnahmen in den kommenden Tagen nicht aus. Zeugen hatten neben dem Rollerfahrer auch einen weiteren Mann beobachtet, der in einer dunklen Luxuskarosse den Tatort verließ.

Mord an Schönheitschirurg: Behörden vermuten Racheakt

Laut der spanischen Lokalzeitung „Diario Sur“ vermuten die Ermittler, dass es sich bei der Tat um einen Racheakt einer Patientin handeln könnte. Dem Bericht zufolge hatte eine Klientin nur wenige Stunden vor den tödlichen Schüssen Nachrichten an die Klinik geschickt, in denen sie ihren Unmut über das Ergebnis einer Behandlung äußerte. Dabei soll sie unter Drohung eine Rückerstattung gefordert haben. Offenbar soll die Patientin bereits früher ähnlich agiert haben. Ihr Partner hatte die Klinik demzufolge sogar aufgesucht, um Warnungen auszusprechen.

Laut der Website seiner Klinik eröffnete A. die Einrichtung 2018. In rund 30 Jahren Berufstätigkeit habe er mehr als 14.000 Operationen durchgeführt. Zu seinen Schwerpunkten zählten sogenannte Brazilian Butt Lifts: Dabei wird körpereigenes Fett entnommen und in das Gesäß injiziert. Nach eigenen Angaben entwickelte A. mit dem „Supercharged BBL“ eine Variante, die den Transfer von Eigenfett mit Implantaten verbindet.

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