
Kriminelles Netzwerk
China richtet elf Mitglieder einer Betrüger-Familie hin
Aktualisiert am 30.01.2026 – 04:59 UhrLesedauer: 1 Min.
China hat elf Mitglieder einer kriminellen Familie hinrichten lassen. Die Gruppe soll von Myanmar aus Betrug in großem Stil organisiert haben.
China hat elf Mitglieder der sogenannten Ming-Familie hingerichtet. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Verurteilten galten als führende Akteure eines kriminellen Netzwerks, das in Myanmar Betrugszentren betrieb und den Angestellten nicht erlaubte, diese Zentren zu verlassen.
Die Hingerichteten waren im September zum Tode verurteilt worden. Ein Gericht sprach sie unter anderem wegen Mordes, illegaler Freiheitsberaubung und Betrugs schuldig. Zwei Angeklagte legten Berufung ein, die vom obersten Volksgericht zurückgewiesen wurde.
Die Ming-Familie gehörte laut chinesischen Medien zu den sogenannten vier Familien im Norden von Myanmar. Diese Syndikate sollen Hunderte Anlagen für Internetbetrug, Prostitution und Drogenherstellung betrieben haben. Angehörige der Gruppen hätten zudem wichtige Positionen in lokalen Verwaltungen und Milizen bekleidet. Im Zentrum der Vorwürfe stand ein Komplex in der autonomen Region Kokang an der Grenze zu China.
Nach Angaben des Staatssenders CCTV arbeiteten dort zeitweise bis zu 10.000 Menschen für Betrugsdelikte. Die regionale Hauptstadt Laukkaing galt als Kern einer milliardenschweren Betrugsindustrie. China hatte nach jahrelangen Beschwerden von Angehörigen verschleppter Arbeiter im Jahr 2023 härter durchgegriffen.
Im November erließen die Behörden Haftbefehle gegen Mitglieder der Ming-Familie. Ihnen wurden Betrug, Mord und Menschenhandel vorgeworfen, zudem setzte China Kopfgelder aus.