Ludwigshafen zittert

BASF kündigt neue Sparwelle an – weitere Jobs fallen weg

20.05.2026 – 19:12 UhrLesedauer: 2 Min.

Die BASF fährt das Stammwerk Ludwigshafen weiter rund. (Archivbild) (Quelle: Uwe Anspach/dpa/dpa-bilder)

Der Chemiekonzern will seine Kosten im Kerngeschäft bis zu 20 Prozent senken. Vorstandschef Markus Kamieth kündigt tiefgreifende Einschnitte an.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF arbeitet mit Hochdruck daran, die Kosten im Konzern zu senken. Vorstandschef Markus Kamieth kündigte ein weiteres Sparprogramm an, mit dem bis zum Jahr 2029 die Kosten im Kerngeschäft um bis zu 20 Prozent gedrückt werden sollen.

Kamieth kündigte auch einen weiteren Jobabbau an. Das Sparprogramm „wird zu einem neuen Kerngeschäft mit weniger Personal führen“, sagte der BASF-Chef der Zeitung „Handelsblatt“.

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Der Pfälzer Chemiegigant BASF beschäftigte im ersten Quartal 106.428 Menschen. Das sind rund 5.000 weniger als im ersten Quartal des Vorjahres. Im Stammwerk arbeitet mit etwa 33.000 Menschen rund ein Drittel der weltweit Beschäftigten. Doch stecken Stadt und Konzern tief in der Krise. So kündigte Kamieth zuletzt die Trennung von Betriebswohnungen an. Die Beschäftigten am Standort waren bedient.

BASF-Chef Markus Kamieth (Archivbild): Er verpasst dem Pfälzer Chemiegiganten einen harten Sparkurs. (Quelle: IMAGO/Liu Xiang/imago)

Ludwigshafen das Detroit der Chemie-Branche?

Seit Monaten kursieren im Konzern Grafiken. Sie zeigen Balken der Erlöse für verschiedene Weltregionen. China mit dem neuen BASF-Vorzeigestandort Zhanjiang, wo der Konzern knapp 9 Milliarden Euro investierte, liefert einen schwarzen Balken, der weit in die Höhe ragt. Die USA schneiden knapp über Null ab. Europa landet in tief roter Farbe im Minus. Stellenkürzungen in den Werken Antwerpen in Belgien und Ludwigshafen sind beschlossen.

Vor allem hohe Energiepreise machen der BASF zu schaffen. Allein das Werk in Ludwigshafen verbraucht rund drei Prozent des gesamten industriellen Gasverbrauchs in Deutschland.

Das neue Programm ist laut Kamieth keine Reaktion auf eine sich möglicherweise weiter verschlechternde Konjunktur. „Das Projekt war von Beginn an in unserer 2024 vorgestellten Strategie verankert, jetzt setzen wir es um“, so der BASF-Chef. Er hatte die Führung des Weltmarktführers erst vor knapp zwei Jahren übernommen. Seither reißen die schlechten Meldungen in Ludwigshafen nicht ab. Die Stadt gilt längst als Detroit der Chemie-Branche.

Deutsche Chemie-Geschichte am Standort Ludwigshafen

BASF kämpft mit einer zu geringen Auslastung vor allem am Stammwerk Ludwigshafen. Der Dax-Konzern hat deshalb mehrere milliardenschwere Sparprogramme aufgelegt, inklusive umfangreichem Stellenabbau. Rund 2.800 Jobs sind nach Angaben des Vorstands bei der BASF SE in Ludwigshafen seit Anfang 2024 weggefallen.

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